
Aktuell muss ich mich umstellen mit dem Biorhythmus von 7.30 Uhr auf 6.30 Uhr Frühstück. Aktuell gehe ich noch zeitiger ins Bett und ich bin so kurz nach 4 Uhr wieder wach und könnte gefühlt aufstehen. Meistens erledige ich dann schon meinen Badgang und lege mich wieder hin bis 6 Uhr bzw. meistens die anderen im Zimmer wach sind, stehe ich dann auch auf und roime. Heute bin ich gleich in den Trockenraum gegangen und habe schon meine Klamotten geholt.
6.30 Uhr ging es zum Fr0hstücksbuffet. Als die Tür der Gaststube auf ging, kam einem 100% Luftfeuchtigkeit entgegen vom Wasser und Kaffee kochen. Aber das Buffet für die Hütte war echt in Ordnung. Der Gastraum war schon deutlich leerer als am Vorabend, da einige Lunchpakete genommen haben, um vor der Frühstückszeit starten zu können, da der Wetterbericht 14 Uhr Gewitter drin hatten und man innerlich auch schon wieder den Turbo gezündet hat für einen „Etappensprint“. Zur Porzehütte waren 8 Stunden Gehzeit angeschlagen gewesen und ich bin 7 Uhr gestartet. Was das heißt vom Timing her ist klar. Schneller sein. Deutlich schneller. 😀
Nach dem Frühstück haben Brigitte und ich mich verabschiedet und jeder ging in eine andere Richtung. Der Trail heute war in Sachen Schwierigkeitsgrad fast durchgehend im T3. Also nicht 0815. Ich war natürlich dann ab 7.00 Uhr startbereit und motiviert. Komoot plante die Tour mit 6.45 Stunden. Also habe ich mich so bei 6.15 Stunden gesehen. 5 Minuten nach dem Start der erste Dämpfer. Gestolpert und bissl weggerutscht und zack, hatte das Knie etwas geblutet. Aber es tat nicht weg und blutete nicht doll. Als ich am nächsten Bach vorbei kam, hab ich die Beine wieder sauber gemacht. Spuren verwischen und Beweise vernichten, ich wollte nicht ganze Zeit das Blut abwischen. 😀 Danach dachte ich mir dann auch erstmal, na wenn es so schon losgeht.
Aber getrieben vom Ehrgeiz ging es auch ordentlich am Trail zu Beginn zur Sache mit etwas Krakselei und steilen Passagen. Dann kam die unangenehmste Stelle der Etappe. Ein steiler Anstieg auf einem Pfad durch eine Wiese, ähnlich wie gestern. Danach war ich bereits mehr als gut angeschwitzt und die Beine signalisierten bereits auch schon: „Wir wünschen dir viel Spaß heute!“ Ur nej. 😀 und da waren noch 6,5 Stunden am nächsten Wegweiser ausgeschildert. Na mal schauen, wo da heute die Reise hingeht.
Am Grat des Kanrischen Höhenweges angekommen, ging es jetzt hoch und runter. Es führte ein kleiner Pfad etwas unterhalb des Grates entlang. Schmal und steil am Hang, aber gut begehbar. Die Ausblicke waren wieder einmal phänomenal. Die Bilder sprechen hier für sich. Unterwegs sogar einen aus Zwickau getroffen, der mit „Glück auf“ grüßte. Wie klein doch die Welt ist.
Bei den letzten Bergen habe ich habe auch immer mehr meine Beine gespürt. Gerade im Aufstieg. Ebene und Abstieg war entspannt und kein Problem. Da konnte ich den langsamer Aufstieg kompensieren. Irgendwann war dann auch in Hütte in Sicht und statt 8 Stunden Gehzeit waren es nur 6. Stunden. 😀 Bei meiner Ankunfte an der Hütte fragte ich nach, ob noch etwas frei ist, da ich nur auf der Warteliste stand. Und siehe da, ich konnte ein Lagerplatz ergattern. Da ich zeitig ankam, konnte ich mir das Einzelbett sichern.
Danach hieß es Materialpflege und Duschen. Als das erledigt war, kam ich spontan noch mit einem jungen Münchner ins Gespräch der ähnlich sportlich unterwegs war heute, jedoch aus der anderen Richtung. Immer sehr erfrischend mal mit Ambitionierten ein Wort zu wechseln. Im Anschluss arbeitete ich die Blogbeiträge der letzten Tage nach, damit ihr ja nix verpasst. 😀
Gegen 15.30 Uhr ging dann auch hier ein Gewitter nieder mit Hagel und starkem Regen. Da will man nicht draußen rumlaufen, so wie es manche irgendwie doch machen mussten. Was ich aber nicht verstehe, dass da Leute mittags erst loslaufen und da oben ist absolut kein Schutz. Völlig unverständlich, wie leichtsinnig. Aber das muss jeder für sich selbst wissen, wie sehr man am Leben hängt.
War auf jeden Fall krass anzusehen und die Einschläge waren auch nicht weit weg. Später ging ich in die Gaststube und schrieb noch ein wenig. Am Tisch saßen Leute die morgen quasi meine Strecke von heute gehen wollen und habe ihnen paar Streckenhinweise gegeben. Morgen ist auch wieder Gewitterneigung angesagt, aber erst späteren Nachmittag, sodass es hoffentlich gut klappt. Zum Abendbrot waren wir dann eine gesellige Runde (wieder mit 2 Sachsen) und paar anderen Deutschen. Wir quatschten bissl über den Karnischen Höhenweg und ich erzählte etwas zu den einzelnen Etappen, die sie ja jetzt erst laufen würden. Sie waren sehr dankbar darüber und es hat auch etwas Sicherheit gegeben.
Wir saßen noch eine Weile und dann ging es auch ins Bett, um morgen hoffentlich fit zu sein. 😀 Alles in allem ein herrlicher Tag.

































