
Beginnen wir mit einem kleinen Nachtrag zu gestern Abend. Nach dem Abendbrot bin ich hoch in mein Zimmer gegangen und wollte nur noch bissl entspannen. So weit so gut. Als ich dann so ins dunklere Zimmer kam, merkte ich erst einmal, dass das Schild für den Notausgang einfach übelst hell den ganzen Raum ausgeleuchtet hatte. Ich frage mich, wie da die Leute schlafen sollen, wenn die in den anderen Betten liegen. Aus dem Anlass habe ich mich dann auch noch mal wo anders hingelegt. Quasi direkt neben den Schrank, der das Licht super blockiert hatte. So wie ich mich reingelegt habe mit meinen 192 cm Körpergröße, merkte ich schnell, dass das Bett nur für Leute kleiner 190 cm gebaut ist. Ich dachte erst, dass das vielleicht ein Kinderbett war, aber nein. Alle Betten waren gleich groß im Raum.
Da ich Seitenschläfer bin, könnte das nachts zu einem großen Problem werden. Naja, als ich dann schlafen gegangen bin, habe ich einfach die Matratze auf den Boden gelegt und gut wars. Im Gang war genug Platz und es kam ja eh keiner mehr dazu. Noch die Ohrstöpsel rein und gute Nacht. Zum einen wegen den Kuhglocken draußen, da direkt vor der Hütte eine Weide mit Kühen war und zum anderen der „Huster Typ“ aus dem Nebenzimmer. Wir beide waren tatsächlich die einzigen Gäste, diese Nacht.
Ich habe fein geschlafen und war dann schon irgendwie kurz nach 5 Uhr wach und hab dann noch bis 6.15 Uhr gedöhst. Danach bin ich aufgestanden, Bad, aufräumen, packen und Zeug dann zurecht legen, fürs Losgehen. Leider ist meine gestern genannte Serie gerissen. Es hat einfach mal gefühlt von gestern Abend bis heute morgen durchgeregnet und so sollte auch der gesamte Tag leider werden. Also wieder Regensachen von Anfang an. Die Stöcke habe ich wieder an den Rucksack geklemmt und dafür meinen Regenschirm heute wieder als Schild verwendet. Da der Weg nicht technisch anspruchsvoll war, war das kein Problem, so zu laufen.
Dann ging es zum Frühstück. Ich wurde direkt von Lucy (die Hündin der Hütte) empfangen und musste sofort wieder den Kopf graulen. Aber sehr gern. 😀 Es wartete ein tolles Frühstück auf uns, was für eine Hütte echt Highclass ist. Brot, Marmelade, Müsli, Obst, Gemüse, verschiedene Aufstriche und wahrscheinlich das beste Rüherei der Welt. Ich habe noch nie so ein hammerleckeres Rüherei gegessen. Das habe ich die Köchin auch wissen lassen und sie hat sich sehr über das Kompliment gefreut. Man musste nichts nachwürzen oder ähnliches. Wohl genährt bin ich nach dem Frühstück meine Sachen holen gegangen und habe mich regenfest angezogen. Langärmliges Shirt, Regenjacke, Handschuhe, Regenhose und die Gamaschen drüber, da es viele nasse Wiesen und halt den Regen gab, um so lange wie möglich trockene Füße zu haben. Nach dem Bezahlen und einem kurzen Schwatz mit der Hüttenwirtin bin ich dann auch los gg. 9 Uhr.
Leider war alles in Wolken verhangen und man konnte kaum 100m weit schauen. Der Weg an sich war ganz entspannt. Bissl runter, bissl rauf. Durch Waldpassagen, über Wiesen und Weiden, vorbei an neugierigen Kühen, die einen immer ein paar Meter begleiten bzw. hinterherlaufen. Aber wie immer wohlgesonnen und ruhig weiter gegangen. So gab es keinen Stress für Kuh und mich und jeder ging seines Weges. Nach gut 1 Stunde hörte es mal auf zu regnen für 2h und ich konnte ohne Schirm laufen. Das hilft natürlich wirtschaften, in Sachen Meter machen. 😀
Dann kam die Passage, wo der Forstweg echt sehr steil runter ging, ähnlich wie es Martin und ich letztes Jahr auf unserer letzten Etappe vom Dolomitenhöhenweg 1 nach Sofranco hatten. Da läufst du halt wirklich 30-35% Gefälle. Das ging gut in Oberschenkel, da ich immer noch ohne Stöcke gegangen bin, weil es dann wieder richtig doll anfing zu regnen.
Aber so konnte ich fix viele Höhenmeter abbauen, bis sich dann der Weg wieder normalisierte. Immer wieder kreuzte der Weg einen Bachlauf, der aber zum Glück mit Brücken passierbar war. Nicht auszudenken, wenn man so einen Strom dann durchqueren muss. So ging es mir letztes Jahr, als ich von der Freiburger Hütte nach Klösterle abgestiegen bin. Da hatte der Strom die Brücke weggespült. Und aufgrund meiner Talentfreiheit hatte ich mich dann zwischen den Steinen so verstiegen, dass ich mit den Schuhen natürlich genüsslich eingetaucht bin. So sah das halt aus dort. Sieht nicht spektakulär aus, aber für mich schon ausreichend, mein volles Potential an dieser Situation zu Tage zu fördern. 😀

Nach dem kurzen Exkurs, zurück zum Trail. Es regnete immer noch. Herrlich. Und dann kam das Unerwartete. Durch den vielen Regen kam so ein „dezenter“ Bach links den Berg herunter und versperrte den Weg. Innerlich konnte man den Aufschrei wahrscheinlich bis Eisenerz hören. Da stand ich da wie die Kuh auf der Weide, wenn sie einen Wanderer in blauer Jacke sieht. Was machst du nun? Noch 7,5 km auf der Uhr. „Scheiss drauf und einfach durchlaufen. Das Wasser ging bei mir knapp bis unter die Kniescheiben. Die ganzen Schuhe dann komplett nass bis zum Ziel? Naja, ne. Das wäre Mist gewesen. Also Schuhe, Gamaschen, Socken aus, Hose hochkrempeln und hinein ins kühle Nass. Der doch so unscheinbare Bach, hat trotzdem gut Strömung. Beim Durchlaufen, hat man sie schon gemerkt.


Es tat sogar bissl gut, um ehrlich zu sein. Auf der anderen Seite fix wieder Schuhe an und weiter ging es. Der Weg mündete dann auf eine große und feste Forststraße und ich lief dann ganz entspannt bis nach Eisenerz. So 2 km davor hat es dann noch einmal richtig runtergehauen. Zum Glück nur Regen und kein Gewitter oder starker Wind. Also habe ich mich unter meinem Schirm klein gemacht und bin in den Ort gelaufen. Hier war es schon eher städtisch als dörflich. Zur Unterkunft gestiefelt und stehe so davor. Sieht irgendwie so zu aus. Tür auch zu. Da stand dann nur ein Zettel, dass es noch einen Seiteneingang zu den Zimmern gibt. Also dort hin und geschaut was dort so steht. Und siehe da. Ein Aushang. Anreisender Gast „Frau Peer“ . Warum auch nicht. Da stand dann mein Zimmer und Stock und ich bin einfach mal hin und habe das Zimmer besetzt. 😀
Ich habe nur kurz abgelegt und bin dann noch in den Ort einkaufen gegangen für Abendbrot. Erst zur Apotheke noch paar neue Pflaster holen. Da musste ich erst noch 10 Minuten warten, bis diese 15 Uhr wieder aufgemacht hat. Aber dann ging es fix und habe bekommen, was ich wollte und direkt im Anschluss zum Billa Bie… Essen holen. 😀 Heute Abend ist Selbstversorgung angesagt gewesen. Das war gut, da konnte ich wieder bis an die ORS futtern. Aber bevor es etwas zu Essen gab….
Klamotten und Ausrüstung sauber gemacht bzw. gewaschen. Das Zimmer hängt jetzt wieder voll, aber dafür ist dann alles wieder sauber und entsalzt. So bleibt das Mateial hoffentlich lange ganz. Danach habe ich selber mich auch geduscht, nach 3 Tagen Katzenwäsche, echt eine Wohltat. Morgen ist ja Ruhetag und Kraft sammeln angesagt und warten, dass die Ausrüstung trocknet. Deswegen musste das heute noch alles erledigt werden.
Und dann noch bissl den Blog mit Leben füllen für den heutigen Tag und dann wird es auch Zeit zum Schlafen. Hoffentlich ist das Wetter morgen etwas besser und ich kann den Ort erkunden une nicht nur den Billa (Sowas wie Rewe in Österreich)






















