
Nach einer erholsamen Nacht wurde ich wie üblich gegen 6 Uhr wach und begann meine übliche Morgenroutine. Bad + packen. Der erwartungsvolle Blick aus dem Fenster war so bissl nichts sagen. So alles kann, nix muss. Als ich gestern noch den Wetterbericht studiert hatte, sollte es 12 Uhr regnen und 15 Uhr dann nochmal ordentlich was nachkommen. Dem da die Etappe heute schon anspruchsvoller war, wollte ich auch nicht zu sehr trödeln. 7.15 Uhr gab es dann ein typisches Hüttenfrühstück. Brot, Butter, süßer Aufstrich und ein Kaffee. Auf den normalen Sxächutzhütten gibt es eben keine Luxus. Das muss einem klar sein.
Aber das geile an der Hütte war, der Hüttenwirt hat noch ein eigenes Lokal in Mexiko. Das war schon ziemlich abgefahren. Dadurch gab es auch eine Auswahl schöner scharfen Soßen, zum gestrigen Abendbrot. Das war mega und ich konnte meine Sucht etwas stillen. Nach dem Checkout 8 Uhr ging es dann los. Sehr schade, dass in Moment ein paar Wolken durchgezogen sind und die Fernsicht stark eingeschränkt. Zu Beginn ging es gleich in den sogenannten Teufelssteig. Klingt dramatisch, aber es war ein ganz normaler alpen Bergpfad, der steil abwärts führte. Den Steig hoch zu laufen, wär mit Sicherheit ein schöner “Wadenbeisser”. Günther, die Hausgams hatte ich auch nochmal ablichten können. Wenn er es war, weil dann kurze Zeit später eine kleine Herde durchlief. Es hätte halt jeder sein können. Nach dem Steig ging es ganz gemütlich durch bissl Wild auf einer Forststraße. Immer wieder bin ich stehen geblieben und habe mich umgedreht und den Ausblick genossen, wo ich her gekommen bin. Immer wieder eindrucksvoll der Berg, wo das Meran-Schutzhaus trohnt. Da es auf der Hütte nicht viel Wasser gab, habe ich dann immer mal geschaut, wo es eine Quelle gab.
Ich durchquerte mehrere Weiden, und bei eine war eine Kuh dann besonders neugierig. Sie kam auf mich langsam zu und lief mir eine kleine Weile nach, bis ich an der Herde vorbei war. Solange man ruhig und wohlgesonnen bleibt, macht die Kuh das in der Regel auch. Also alles kein Problem. Später kam am Wegesrand eine kleine Alm mit Quelle. Das war super. Nachdem ich das Wasser gefiltert hatte, habe ich erst einmal einen ganzen Liter getrunken und war wieder gut hydriert. Es folgte ein etwas längerer Abstieg bis zu den Seewiesen, was ungefähr etwas mehr die Halbzeit der heutigen Tour war. Ich wusste aber, dass noch ein recht steiler Anstieg zur Voisthaler-Hütte, auf mich wartete. Der Wanderweg Richtung Talschluss erinnerte mich sehr stark an die Julischen Alpen, wenn man von der Tamarju-Hütte zur Postarski-Hütte (Trail: Salzburg-Tirest). Man läuft ein und fragt sich irgendwann, wo soll hier denn jetzt noch ein Weg entlang gehen.
Meistens wenn man von unten nach oben schaut, sieht man den Weg nicht, aber wenn man dann oben steht und herunterschaut, man überall die Wege, wie kleine Ameisenstraßen bestaunen kann. Das war so ein typischer Dejavou-Moment. Also wanderte ich meines Weges und dann kam das Finale. Steil nach oben. Schritt für Schritt, Höhenmeter für Höhenmeter bewegte sich “Panzer Mathiebe” die Hänge empor. Ich hatte vorher bei Seewiesen noch einmal den Wetterbericht gepürft und siehe da, die nächsten 2-3h nix mit Regen, sondern Sonne mit bissl Wolken. So könnte ich ganz entspannt, mein Finale begehen. 4 Kilometer auf knapp 900 Höhenmeter. Das war wieder gut schweißtreibend auf jeden Fall. Der Knaller auf den letzten 700m Strecke kam dann noch: Die Voisthalergasse, die sehr stark dem Aufstieg der Saugasse am Königssee ähnelte. Nur ein Stück steiler und nicht ganz so lange. Wer die schon einmal hoch gegangen ist, weiß wie anstrengend das ist (Christian und Heike) letztes Jahr direkt zur Auftaktetappe zu ihrer Alpenüberquerung.
Mittendrin im Hang war noch eine Quelle. Diese habe ich noch einmal genutzt und einen Liter gefiltertes Wasser getrunken. So habe ich gleich 2 Liter Wasser für die morgige Etappe gebunkert und muss nichts nachkaufen. Wo wir gerade beim Thema Wasser sind: Ich kam an Hütte pünktlich gg. 14.45 Uhr an und wurde von einem jungen Herren freundlich begrüßt mit den Worten: “Herzlich willkommen hier und wir haben heute leider kein Wasser. Heute ist ein absoluter Chaostag, da die Zimmer auch noch nicht hergerichtet waren.” Es waren heute Handwerker im Haus die an der Wasserversorgung gearbeitet haben und deswegen das Wasser ausgestellt wurde. Außerdem wie in meinem Status schon angekündigt, gab es hier oben leider keinen wirklichen Telefon- oder Internetempfang. Daher muss ich warten, bis es wieder etwas zu empfangen gibt. Aber das ist auch ok für mich. Ich habe mich hingesetzt und bereits meine heutige Tour formuliert. Glücklicherweise hielt das Wetter gut durch, sodass die Handwerker gut voran kamen, sodass wir vielleicht in den Abendstunden wenigstens eine Katzenwäsche machen können.
Ich habe auch mit dem Gedanken gespielt noch einmal zur letzten kleinen Quelle abzustellen und dort mich bissl zu waschen. Man stelle sich die Quelle so vor, dass das ein ganz kleiner Bachlauf ist und man nicht wirklich stark fließend Wasser hat und dann muss ich ja wieder zur Hütte zurück und schwitze dann auch wieder sinnlos und hätte es mir sparen können. Hoffentlich ist das Problem bei der nächsten Hütte nicht, sodass man wenigstens sich bissl waschen kann. Übermorgen ist in Eisenerz “Stadttag” mit anschließendem ersten Ruhetag. Die Unterkunft habe ich heute morgen noch gebucht, da mir das bei den anderen Hütten zu riskant geworden wäre, wenn kein Empfanf sein sollte.
So geht das Abenteuer erst einmal weiter und Eisenerz ist quasi auch der Trennungspunkt beider Wandervarianten von südlich und nördlich. Ich laufe ja die Südvariante und die nördliche würde dem Nordalpenweg 01 folgen bis zum Endpunkt im Bregenz am Bodensee, wo man aber vorher schon südlicher abzweigt Richtung GTA.Naja.. nur ein Gedankenspiel. Endlich konnten die Gäste ihre Zimmer beziehen gehen 17.30 Uhr und ich hatte Glück, ich hatte ein Dreibettzimmer für mich alleine. Das Wasser ging nun auch wieder. Die Hütte wurde neu gebaut und macht echt einen sehr hochwertigen Eindruck. Mal schauen wie es sich hier so schläft. Nun fing es auch dolle an zu regnen bzw. zuckten weiter unten Tal hier und da ein paar Blitze durch die Luft.
Zum Glück hat sich der Wetterbericht um 3 Stunden geirrt. Herrlich wie der Regen so auf das Dach tröpfelt. Fast wie zu Hause schlafen bei Regen 😀 Noch eine tolle sächsische Begebnung. Eine junge Hüttenmitarbeiterin aus Dresden, die nicht sächselt und dann komme ich als Hardliner (mid dor Orbedspladde). Aber der Jungsche, der mich heute empfangen hatte, dachte, ich bin Thüringer. Naja.. Fast. 😀
18 Uhr gabs dann lecker vegetarische Nudeln mit Gemüsepasta. Ich behaupte, mit dem TM7 wäre es geiler geworden. Aber es war lecker und endlich Gescheites zu essen. Als ich mit essen fertig war, ging es ins Bad, weil jetzt alle nach mir essen und ich meine Ruhe hatte.

















































