Alpenüberquerung
Wien - Nizza

14. Etappe: Modlinger Hütte – Rottenmann

Diese Nacht habe ich echt gut geschlafen, trotz der 3 Schnarcher und Lautatmer. Mit den Ohrstöpsel ging es und ich hatte meine Ruhe. Aber 3 zusätzliche Leute im Zimmer und 3 Schnarcher. Da hat die Wahrscheinlichkeit auch wieder ganze Arbeit geleistet. Aber egal. Ich war gut erholt und die Kopfschmerzen auch wieder weg. Gegen 6 Uhr wach, Bad, Döhsen bis 6.45 Uhr, Packen, Umziehen und ab zum Frühstück. Mit dem ersten Blick aus dem Fenster sah es leider wieder nach Nassstart aus. 😀 

Ich war mit einer der ersten beim Frühstück und konnte das reichhaltige Buffet genießen, was für eine Hütte echt gehobnere Klasse war. Vorallem wurde auch Sekt angeboten, welcher neben dem Wasser stand. So etwas habe ich auch noch nicht erlebt. Wieder was neues gesehen. Wenig später kamen auch Patrick und Florian mit zu Tisch und wir haben gemeinsam gegessen und noch gequatscht. Die beiden in meinem Alter geschätzt, hatte ich gestern Abend in der Gaststube noch kennengelernt, als sie Schach spielten. Ich wurde schwach und konnte nicht widerstehen. Daher habe ich gefragt, ob ich einen Blick mit auf das Spielfeld werfen und mich dazu setzen durfte.

Beide haben sich ordentlich duelliert für Gelegenheitsspieler und die Partien boten viel Unterhaltung auf jeden Fall. Als Florian dann zum Telefonieren raus ging, haben Patrick und ich gespielt, bis es 18 Uhr dann Abendbrot gab. Danach wurde die Partie noch erfolgreich beendet. Hat voll gefetzt  und viel Spaß gemacht und wir hatten tolle Gespräche nebenher. Beide haben auch schon viel gesehen und erlebt. Da hört man gern beim Geschichten erzählen zu. 😀

Bedauerlicherweise hatten wir heute nicht den selben Weg, da sie zur Heßhütte weitergelaufen sind, von wo ich gestern kam. Nach dem Frühstück haben wir uns verabschiedet und noch ein cooles Erinnerungsfoto gemacht. (v.r.n.l: Florian, Patrick und naja.. ich halt noch. Habe es sogar geschafft, mal in die Kamera zu gucken und nicht wie üblich vorbei.) Für die „Hall of Fame“ des Schachs. 😀 Ich habe auf meinen Blog hingewiesen und vielleicht ergibt sich ja noch einmal ein Kontakt. Die Freude wäre riesig.

Beim Schuhe anziehen kam auf einmal die  Sonne hervor. Schnell raus und noch mal die Witterung und Regenradar gecheckt. Planänderung: Regenjacke und Schirm weg, Stöcke raus und langärmliges Shirt. Da gerade alle irgendwie los wollten, war im Foyer der Hütte ordentlich Betrieb und ich wollte fix los. Als ich gerade alles festgezurrt hatte, bot mir einer der Holländer eine eingepackte Bemme an. Er dachte sicherlich, ich war einer aus seiner Gruppe, weil ich nach unten gebückt hantierte. Seine Kollegen hat es jeden Falls sehr amüsiert.

Endlich raus und nach 20m Weg…. nasse Wiese. Was haben wir wieder vergessen? Richtig! Die Gamaschen anzuziehen. Also die Dinger auch noch angezogen und dann ging es endlich los Richtung Rottenmann über die Klinkehütte in knapp 2h Entfernung. Es ging erst steil abwärts und dann wieder steil auswärts, bis dann nur noch der lange Abstieg anstand. Heute entschied sich auch die Ausführung meiner Wanderung, ob Nord oder Süd, denn mit dem heutigen Tage verlasse ich den Nordalpenweg 01 und bewege mich jetzt südwestlicher zum Südalpenweg hin. Durch das schöne Wetter hatte man echt sensationelle Fotomotive. Sonne, blauer Himmel und Wolken. Auf dem Weg zur Klinkehütte kreuzte ich immer wieder ein paar Bachläufe, die heftigst ausgespült waren. Ich will mir nicht vorstellen, wie es dort abgeht, wenn da der reißende Fluss, gefühlt, halbe Wälder mit sich nimmt.

Als ich dann den letzten Anstieg gemeistert hatte, stand auf dem Plateau so ein Forstsitz, der aussah wie so ein Spargelverkaufsstand. Da musste ich erstmal vor mich hinlachen. „Wird hier obm Sparschel verkoft, odor was.“ Ich habe in sächsisch gedacht, um die Situation authentisch rüberzubringen. 😀 Der Weg zum heutigen Etappenziel war dann einfach Forststraße und teilweise normale Straße.

Kurz vor dem Abstieg, hatte Katja mir noch ein Bild von ihrem gestern geborenen Sohnemann geschickt. Ach herrlich. Man ist förmlich dahin geschmolzen, bei soviel Süße? Süßigkeit? Was sagt man da? Youtuber-Style: Schreibt es gern mal unten in die Kommentarspalte (die es nicht gibt!) Und den Namen hat sie mir auch verraten. Ich mutmaße mal, wie es zur Namensgebung kam. 😀 Dann begann der Abstieg. Da gab es jetzt keine besonderen Vorkommnisse, außer der geilen Kulisse und Fernblicke natürlich. Die Bilder sprechen für sich. Ich konnte nicht an mir halten und musste das natürlich u.a. in die Gipfelstürmer stellen, die in gut 3 Wochen auch wieder in die Berge aufbrechen. Sehr schade ist, dass sie Nord-Süd-Richtung laufen und ich Ost-West. Leider verfehlt der gemeinsame Schnittpunkt auf dem Piz Boe in den Dolomiten um paar Wochen. Das wäre so cool gewesen.

Ich bin doch recht zeitig in Rottenmann gegen 13.15 Uhr angekommen und ab 14.00 Uhr war erst der Checkin möglich an der Unterkunft. Also habe ich mich gemütlich auf die Bank gegenüber gesetzt und die Zeit genutzt, die nächsten Übernachtungen zu planen bzw. reservieren. 14 Uhr bin ich dann noch einmal hin und ein freundlicher Herr hat mir die Tür geöffnet und den Schlüssel überreicht. Als ich in meinem Zimmer ankam, war ich echt überrascht, wie überaus fürstlich es wirkte. Diese Kontraste zwischen Hütte und Hotel ist schon Wahnsinn.

 Zu allererst natürlich alles ausgepackt und Materialreinigung und Pflege, dass morgen wieder alles frisch, sauber und einsatzbereit ist. Das dauert natürlich auch etwas. Danach selber erst einmal ausgiebig geduscht. Das tat sehr gut. 😀

Im Anschluss ging es zum Billa noch Abendbrot und Proviant für unterwegs holen. Da es doch recht warm war, habe ich mir für den Rückweg noch ein schönes Calippo Cola gegönnt. Sehr geil, wie immer! So wie ich dann im Zimmer ankam, erstmal gefuttert. 2 große Salate sollten es heute sein, welche sehr lecker waren. Nebenbei immer schon mal das „Kai Zorn“ Wetter angeschaut, damit man weiß, was so die Tage grob los ist und die Viertelfinalspiele des World Cup of Darts, wo die Deutschen leider gegen die Holländer verloren haben. Sehr schade und keine Sensation.

Nun heißt es langsam schon mal wieder etwas aufräumen und zusammenpacken. Der Blogbeitrag darf natürlich auch nicht fehlen. Ich hatte das Gefühl, der Beitrag heute ist gar nicht so lang, aber er ist es doch. Nun geht es gleich ins Bett und gute Nacht. Ob es morgen einen Post gibt, hängt vom Emfang ab, da ich aufsteige in die Berge.