
Diese Nacht habe ich relativ gut geschlafen, ob wohl noch ein sehr freundliches und rücksichtsvolles Paar aus Graz mit im 4er-Zimmer war. Ich hatte bis 5.30 Uhr Uhr geschlafen, weil ich ganz dringend auf Toilette musste und habe dann noch gedöhst bis 6.30 Uhr bzw. hatte ich noch gewartet, bis die anderen 2 wach wurden. Ich wollte mit meiner Roimerei nicht stören und viel war es auch nicht mehr zum Glück. 6.15 Uhr gab es noch einmal einen recht kräftigen Schauer mit ordentlich Wind draußen, wo ich heute am liebsten im Bett geblieben wäre. Das Trommeln der Regentropfen auf dem Dach hat trotzdem so etwas und gemütliches, wenn man noch im Bett liegt. 😀
7.00 Uhr ging es dann zum Frühstück. Irgendwie war das komisch organisiert und angeordnet das Buffet. Raum rammelvoll. Aber sei es drum. Käffchen, OJ, Bemme, Müsli. Reicht. Auf der Suche nach einem Sitzplatz, wurde ich mit an den Tisch meiner Zimmergenossen eingeladen. So kam man ins Gespräch und Erfahrungsaustausch zum Thema Wandern bzw. Fernwandern und Verhaltensweisen am Berg… vorallem bei Unwetter. 😀
Als jeder dann fertig war, sind wir wieder ins Zimmer und haben unsere 7 Sachen geholt und angezogen für…. Regen. 😀 Zugegeben die Regenhose ist schon irgendwie fast geiler, als meine normale Wanderhose. Während meiner Tour heute, musste ich auch lachen, dass ich bestimmt der 1. Trottel bin, der die Tour in Regenhosen gegangen ist. Wie ihr seht, das Hosenthema grätscht immer mal wieder in die Wanderung mit rein. Obwohl es eine Regenhose ist, ist sie doch recht bequem und nicht so süffig und ölig wie die üblichen Hosen, die ich sonst so habe.
8.15 Uhr rum ging es dann los. Da zu Beginn ein Abstieg anstand und es regnete und kühl war, habe ich mich auch etwas wärmer angezogen. Der Abstieg an sich war recht einfach und entspannt. Ich rollte das Starterfeld allmählich von hinten auf und überholte Stück für Stück das Absteigerfeld. So 20 Minuten nach der Hütte war glücklicherweise auch der Regen verschwunden. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass ich rasant unterwegs gewesen wäre. Ich bin normal gelaufen. Vielleicht waren die anderen einfach nur so langsam, da die meisten Wochendtouristen das Auto in Johnsbach stehen hatten und man den Abstieg in ca. 2,5 Stunden absolviert hatte.
Heute musste ich wieder mit Handynavigation starten, bis es wieder Empfang gab, damit ich meine Uhr benutzen konnte. Nach einer Weile kam dann Netz und alles lief wie gewohnt. In Johnsbach habe ich auch kurz pausiert und den Beitrag von gestern noch online gestellt, damit keiner weint zum Sonntag, dass es keine Klo- und Nachtlektüre gibt. 😀
Ich wusste nicht, ob ich am heutigen Etappenziel Internet habe und wollte euch noch mit aktuellem Stoff und Bildern versorgen. Noch fix die Regenjacke und den Schirm weggepackt. Am Parkplatz angekommen in Johnsbach, habe ich auch gleich vorbildlich meinen Müll ordentlich entsorgt und nicht wie manche Falotten, die das Zeug assihaft auf den Hütten liegen lassen. Über solche Leute kann man immer nur den Kopf schütteln.
Nach meiner kurzen Online-Zeit im Ort, folgte nun ein langgezogner Aufstieg auf einer Forststraße zur Modlinger Hütte. Vom Schwierigkeitsgrad her nicht erwähnenswert, aber in den Kehren der Strecke, gab es immer wieder tolle Aussichten und Panoramen der Berge zu bestaunen und wie das Mistwetter leider die anderen in der Ferne genervt hat.
Auf dem Weg nach oben, hatte ich noch meine Nachrichten gecheckt und eine ganz tolle Information erhalten. Katja hatte diese Nacht ihren zweiten Sohnemann zur Welt gebracht. Da ich noch gutes Internet hatte, rief ich einfach mal per Video Call an um zu gratulieren, während ich noch so lief. Und ich hatte Glück, dass der Anruf begeisternderweise auch angenommen wurde. Ein ganz tolles Gespräch und mir wurde eine große Ehre zu Teil, der Zweite gewesen zu sein, den kleinen Spross gesehen zu haben. Im Gegenzug zeigte ich Katja mit der Kamera einen Ausblick in die Berge, worauf die Antwort kam: „Krass, du bist tatsächlich in Bergen und wanderst. Ist also alles kein Fake.“ 😀 Ich musste herzlichst in mich hinein lachen. Leider mussten wir unser Gespräch abrupt beenden, da gerade die Ärztin zur Tür rein kam. Trotzdem vielen Dank für den ganz tollen Video Call. Ganz klar heute mein persönliches Tages-Highlight.
Liebe Katja, lieber Jan (39 Jahre alt 😀) und Luki: Ich freue mich ganz ganz doll und riesig für euch, dass ihr nun zu viert seid und alles so wunderbar geklappt hat. Alles erdenklich Gute für eure gemeinsame Zukunft. Genießt die Freuden des Lebens.
Im Anschluss führte die Strecke dann ganz entspannt zur Hütte. Nur das letzte Stück war noch ein Stück steiler, aber nichts dramatisches. Heute war ich in der Tat etwas zügig, sodass ich schon kurz vor 13 Uhr bereits an der Modlinger Hütte eingecheckt hatte. So konnte ich in Ruhe mein Platz im Schlaflager beziehen, duschen und mein Zeug saubermachen und aufhängen. Danach habe ich mich erst einmal kurz ins Bett gelegt und gechillt. Mein Schlafplatz hat eine ganz tolle Aussicht aus dem Fenster. Kann das zu Hause nicht auch so sein? Das wäre richtig geil. Aber man kann leider nicht alles haben.
Nach meiner Ruhepause bin ich in die Gaststube ein Skiwasser und ein Kaffee naschen. Außerdem ist es hier warm. Die Zimmer in den Hütten sind in der Regel nicht beheizt. Die Zeit wurde genutzt, um den heutigen Post bereits zu schreiben. So blieb es insgesamt entspannt, was mir sehr entgegen kam, da ich mit dem Aufstehen am Morgen schon ganze Zeit leichte Kopfschmerzen hatte.
Das Dehnen und Massieren am Abend bringt wirklich viel. Das sind wertvolle 20 Minuten, die mir nächsten Tag die Beine wieder einsatzbereit machen. Gerade nach der gestrigen Etappe war es nötig gewesen. Das hat sich heute definitiv ausgezahlt. Was die Physis insgesamt betrifft, verläuft es relativ gut bisher. Hoffentlich bleibt es so. Was ich aber merke ist, dass der Bauch kleiner wird. Das ist zwar schön, wenn man etwas abnimmt, aber in Hinblick auf die gesamte Tour, könnte ein permanentes Kaloriendefizit ein Problem werden, mit einhergehendem Gewichtverlust in Form von Fett und natürlich Muskelmasse. Daher nutze ich immer die Stadttage, um etwas aufzufüllen. Aber ob es reicht, weißt ich noch nicht. Irgendwann sind auch die Schnallen vom Rucksack so kurz, dass ich dann nicht mehr richtig das Tragesystem nutzen könnte. Aber mal weiter beobachten und den Körper füttern mit Kalorien. Am Ende muss ich aufpassen, dass ich nicht wie ein Papierflieger von den Bergen davon schwebe. 😀
Zum Abendschluss des Abends gab es noch eine solide Runde Schach mit gegen 2 bayrische Eidgenossen. Abendbrot war dieses Mal deutlich ergiebiger und hat satt gemacht. Noch einen kleinen Rundgang um die Hütte und dann geht’s in Bett.























