Ein neues, kleines Feature zur Unterhaltung und Nachvollziehbarkeit meiner jeweiligen Etappe. Das Video ist mit outdooractive erstellt und die Tour an sich mit Komoot getrackt, daher kann es zu kleinen Abweichungen bei den Angaben führen. Primär ist aber Komoot. Ein weiterer Hinweis zu der angegeben Zeit in dem Bild von Komoot ist die reine Gehzeit ohne Pausen. Wenn ihr auf das Bild klickt, kommt ihr zu den Etappendetails, wo durch das klicken auf „Bewegungszeit“ zur „Verstrichenen Zeit“ gewechselt wird. Das entspricht der Zeit, die mit aktivem Ein- und Ausschalten des Trackings an der Uhr gemessen wurde.

Die Nacht verlief irgendwie ein wenig unruhig und ich bin immer wieder mal aufgewacht. Ich hatte auch das Gefühl, dass die Matratze arg durchgelegen war. Wenn man Seitenschläfer ist, ist das echt nervig. Jedenfalls bin ich dann kurz nach 6 Uhr aufgestanden und habe mich fertig gemacht bzw. die restlichen Sachen gepackt. Noch einmal ein Blick auf die Strecke und Regenradar.. naja, ich bin gleich in Regensachen gestartet und hätte nichts mehr umbauen müssen, wenn es unterwegs losgeht.
Dann ging es zum Frühstück, analog wie gestern. Man hat dann so seine Speisekarte, wo man weiß wie weit man ungefähr ohne Hunger kommt. Noch fix das Zimmer bezahlt, meinen Rucksack geholt, Schlüssel abgeben und „Roff offm Bock“. Pünktlich zum Start gegen 8 Uhr tröpfelte es natürlich los. Aber zum Glück nix dramatisches. So lief ich nach ein paar Minuten durch die Altstadt von Eisenerz, was mich irgendwie ein bisschen an Erfurt erinnert hat. Nur, dass es in Erturt etwas belebter ist.
Ich hatte relativ lange einen krassen Ausblick auf den Eisenerzberg, der Stück für Stück abgetragen wurde. Echt beeindruckend. Der Weg mündete dann auf einen guten Forstweg, den ich ganz entspannt gehen konnte für eine relativ lange Zeit. Immer wieder standen dort schöne Höfe und Häuser am Wegesrand, wo man schon ein wenig neidisch war. Nach ein paar Kilometern kam der Forstweg an einer Straße raus, die zu einem Wintersport-Trainingsgelände führte. Das hätte ich nicht gedacht, dass es hier in der Pampa so etwas gibt. Aber es war da. Sogar mit Skisprungschanze und Schießstand für die Biathleten. Für Scharfschützen war das sicherlich nicht gedacht.
Als ich so im Gedanken vertieft die Straße entlang lief, gab es einen Ohren betäubenden Knall. Ich mich total erschreckt und in die „Einsatzroutine“ verfallen. 😀 Wanderstock aufheben. Ich mußte kurz nachdenken, was das war, aber dann dämmerte es mir. Ja, klar. Die Minie, die ihren nächsten „Claim“ zum Schürfen vorbereitet hatte. Aber wie weit das zuhören ist, ist Wahnsinn. Als ich vor paar Tag vom Graf-Meran-Schutzhaus zur Voisthaler-Hütte gewandert bin, habe ich auch so etwas gehört. Aber ob es die Eisenerz Minie war oder möglicherweise eine andere. Wer weiß.
Ich arbeitete mich auf der Straße bis zum Talschluss vor, wo ich vor einer Wand stand und dachte, hier jetzt durchsteigen oder wie? Aber nein, die Forststraße knickte vor der Wand links in den Wald ab und führte mich sicher zum Radmerhals hoch, wo auf der heutigen Tour der höchste Punkt war. *Bing* Mache eine Pause, was hier die Devise. Also einen Apfel gegessen und auf der Bank Platz genommen. Danach ging es dann bergab Richtung Radmar. Dann teilte sich die Straße in Straße und offizieller Wanderweg. (Im Video ungefähr bei 0:27) Da der Wanderweg anspruchsvollere Passagen mit drin hatte, habe ich sicherheitshalber noch einmal das Wetter gecheckt. Es sollte nicht regnen, andernfalls wäre ich die etwas längere Forststraße gelaufen.
Aktion muss schon sein. Den ganzen Tag nur Straße und Forstweg ist auch öde. Also „Köpper rin in den Steig“. Maximaler Schwierigkeitsgrad T3. Anbei eine kurze Erläuterung, was das bedeutet mit einem Auszug von Komoot:
Schwierigkeitsgrade von Bergwegen: Die SAC Berg- und Alpinwanderskala. Die SAC-Wanderskala wurde vom Schweizer Alpen-Club (SAC) entwickelt und ist der Standard für die Bewertung von Bergwanderwegen in allen deutschsprachigen Ländern.
T1 – Wandern, leichter Talweg
Weg gut ausgebaut. Falls vorhanden, sind exponierte Stellen sehr gut gesichert. Absturzgefahr kann bei normalem Verhalten weitgehend ausgeschlossen werden. Auch mit Turnschuhen geeignet. Orientierung problemlos, in der Regel auch ohne Karte möglich.
T2: Bergwandern, einfacher Bergweg
Weg mit durchgehender Trasse. Gelände teilweise steil, Absturzgefahr nicht völlig ausgeschlossen. Etwas Trittsicherheit nötig, Trekkingschuhe empfehlenswert. Elementares Orientierungsvermögen.
T3: Anspruchsvolles Bergwandern, Mittelschwerer Bergweg
Weg am Boden nicht unbedingt durchgehend sichtbar. Ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. Eventuell braucht man die Hände fürs Gleichgewicht. Zum Teil exponierte Stellen mit Absturzgefahr, Geröllflächen, weglose Schrofen. Gute Trittsicherheit, gute Trekkingschuhe nötig. Durchschnittliches Orientierungsvermögen. Elementare alpine Erfahrung.
T4: Alpinwandern, schwerer Bergweg
Wegspur nicht zwingend vorhanden. An gewissen Stellen braucht es die Hände zum Vorwärtskommen. Gelände bereits recht exponiert, heikle Grashalden, Schrofen. Im Hochgebirge evtl. einfache Firnfelder und apere Gletscherpassagen. Vertrautheit mit exponiertem Gelände nötig. Stabile Trekkingschuhe. Gewisse Geländebeurteilung und gutes Orientierungsvermögen. Alpine Erfahrung. Bei Wettersturz kann ein Rückzug schwierig werden. Markierung: blau (CH), schwarz (D, A).
Höher (T5 oder T6) als T4 mache ich nicht und versuche das zu umlaufen. Meine Routen haben in Regel so gut wie keine T4 Passagen drin. Der Weg an sich war ein recht schmaler Pfad im Wald an steilem Gelände, der ab und zu den Bachlauf kreuzte. Zugegeben, ungefährlich ist das natürlich nicht, aber ich steige langsam und behutsam und prüfe den Tritt lieber 2 mal, bevor ich diesen belaste. Glücklicherweise konnte man den Weg immer sehen, sodass man sich in solch einem Gelände nicht versteigt. Das ging ungefähr 45 Minuten so. Das letzte einfache Stück vor dem Forstweg ging dann parallel neben dem Flusslauf. Wenn es da mal richtig regnet, ist der Weg definitiv nicht begehbar, da man sonst im Fluss talabwärts schwimmt. 😀
Sicher unten angekommen, führte die Straße durch eine schöne Siedlung. Alles so ordentlich, sauber und einfach schön. Auch der Ort. Ich lief dann fast bis Ortsausgang, da dort meine Unterkunft im „Gasthof zum Erzberg“ lag. Ich war relativ zügig unterwegs und war so gegen 13 Uhr bereits da. Zum Glück war das kein Problem und ich konnte schon ins Zimmer.
Ich habe mein Zeug abgestellt und bin noch einmal in den Ort gegangen, um diesen zu erkunden. Groß ist er ja nicht. Ich bin zur Wallfahrtskirche gelaufen, weil dort der Ausblick in fast alle Richtungen möglich war und man das Tal in Gänze von oben betrachten konnte. Es schön hier. Die Habsburger Meile durch den Ort ist auch toll und danach noch zum Konsum was zum Avendbrot geholt, wo ich auch die Frau vom Gasthof wieder traf. In dem Laden waren alle sehr freundlich und man hatte Gefühl, als würde man hier schon ewig wohnen. Das fand ich echt toll, dieses Gemeinschaftsgegühl.
Da morgen die Tour fordernd wird, ging es dann aufs Zimmer und relaxen. Interessanterweise fung es dann genau an mit regnen, als ich dann eingekehrt bin. Peerfektes Timing. Neben dem Abendbrot noch die Route und das Wetter für morgen angeschaut und damit war der Tag auch schon wieder rum.
Mein persönliches Highlight heute: Der Ort Radmar an der Stube. Echt toll. Klein, aber fein. 😀
Morgen gibt es sicherlich keinen Blogbeitrag, weil wieder auf einer abgelegenen Hütte (Hesshütte) genächtigt wird.




























