
Diese Nacht habe ich erstaunlich gut geschlafen, dank Ohrstöpsel. Damit war ich in meiner Welt. Gegen 5 Uhr musste ich jedoch schon dem Ruf der Natur folgen und legte mich danach noch bis kurz vor dem Frühstück ins Bett. Packen wollte ich erst danach, da die Dresdner noch schliefen und ich auch keinen Zeitdruck hatte.
7 Uhr ging es dann runter. Es wartete doch ein überschaubares Frühstück. Brot, Käse und ein Glas Marmelade. In der Hütte ist das immer alles pro Tisch. Das kannte ich so nur aus der Zufallhütte letztes Jahr. Da ich der erste am Tisch war, aß ich gemütlich meinen Anteil, zusätzlich noch Kaffee, Orangensaft und Müsli. Das Müsli musste heute die Masse machen und stopfen, damit ich über den Tag komme. Letztlich war es ok und ich war satt. Mehr braucht es aktuell nicht. Später kamen dann die anderen Tischgenossen und man quasselte noch etwas. Als dann die Dresdner kamen, war ich fast fertig und ich konnte dann in Ruhe packen und mich etwas ausbreiten.
Die Wetterlage heute war unklar. Es regnete in der Nacht und früh war viel Wolken behangen und es sah ganze Zeit so aus, als würde es jeden Moment regnen können. Ich startete daher in Regensachen. Variante Save. Gegen 8.15 Uhr ging es dann los, nachdem wir uns noch verabschiedet hatten. Es ging gemütlich einen eine Forststraße entlang, im leichten Abstieg. Doch langweilig sollte es heute nicht werden. Nach Sfazu wechslte ich auf einen Bergpfad, der echt schön, aber auch anspruchsvoll war durch die Nässe. Da sind die Steine und Wurzeln immer besonders ölig. Also musste ich schon sehr bedacht meine Schritte setzen, da es auf der einen Seite sehr steil ins Nichts ging.
Der Wegverlauf ging etwas hoch und runter, mal schmal, mal breit und machte dennoch Spaß. Schade war nur, dass die Wolken die Aussicht blockierten. Gelegentlich konnte man mal einen Blick ins Tal werfen. Als der Bergpfad endete, wurde der Weg sehr einfach und kreuzte aus dem Nichts heraus einfach ein Zuggleis. Außerdem befand sich dort eine beeindruckende Schlucht (Cavaglia Schlucht) mit Wasser darin. Dort liefen dann auch die ersten Touristen entlang, da dort oben auch ein einfacher Rundwanderweg entlang geht. Aber alles noch im akzeptablen Rahmen. Der Weg wurde nun wieder recht einfach und man konnte herrlich Richtung Poschiavo schauen und den Lago di Poschiavo. Schade nur, mit den Wolken eben.
Ich kam relativ zeitig am Camping Boomerang an. Checkin ist dort erst 16 Uhr. Vor 2 Tagen hatte ich per Email angefragt, zwecks Übernachtung, aber leider keine Antwort erhalten. Also schrieb ich noch einmal an die Handynummer, die mir dann einen Platz im Matratzenlager zusicherte. Da das Wetter echt unbestimmt war, entschied ich mich gegen das Zelt, um früh nicht ewig mit Trocknen verbringen zu müssen, insofern das möglich wäre. Daher ist Matratzenlager absolut in Ordnung. Eigentlich hatte ich so ein Fass angefragt, aber die waren offensichtlich schon vergeben. Die sind echt geil. Letztes Jahr in Sur En hatte ich auch in so meinem geschlafen. Fetzt auf jeden Fall. Klein, aber fein für eine Nacht.
Ich konnte dann auf dem Campingplatz schon ins WLAN und den Beitrag von gestern noch nachbearbeiten mit Bildern und Videos, um euch nicht die schönen Ausblicke vorzuenthalten. Gegen 14.30 Uhr fing es dann auch ordentlich mit regnen an. Glücklicherweise konnte ich mich beim Kiosk gemütlich hinsetzen. Jetzt wäre ich nur sehr ungern getippelt. 😅 Zumal gegen 15 Uhr sich noch ein Gewitter dazugesellt hat. Alles richtig gemacht, sagt der Bauch (was davon noch übrig ist).
Kurz vor 16 Uhr öffnete die Rezeption und ich erklärte mein Anliegen. Das ging klar und wir machten den Checkin fertig. Sie Rezeptionistin zeigte mir das Mehrbettlager, dass ich diese Nacht gänzlich für mich allein habe. So konnte ich mich ausbreiten und meine Klamotten aufhängen zum entmuffen bzw. trocknen nach dem Waschen. Nachdem das alles, nebst Duschen erledigt war, ging es an die Abendbrotplanung. An dem Kiosk holte ich mir eine Packung Milch, ein Rivella Getränk und ein Eis. Das musste einfach sein. 😄
Da es hier kein Bistro o.ä. gab, machte ich mir eine Tüte Trekking Food. Nudeln mit vegetarischer Bolognese und eine solide Dose Kidneybohnen. Davon war ich mehr als gut gesättigt. Mittlerweile war auch der Regen verschwunden und es klarte noch etwas auf, sodass ich mir den Camping Platz noch in Ruhe anschaute und bissl in die Zelte, Wohnmobile und Hütten reingeguckt habe, ob man sich noch Inspirationen für Ausrüstung holen kann. Resümee war, dass so ein Camping Van schon ganz geil wäre. Und dann stand am Eingang stand der ersten Hütte ein Auto mit Vorwerk und Thermomix Werbung drauf. Ich dachte mir und lächelte dabei: „Die sind aber auch überall!“ 😂
Ich habe mich bei dem Rundgang noch sehr gefreut, dass man nun die Berge rundherum noch sehen konnte, da diese heute fast den ganzen Tag in Wolken gehüllt waren. Einfach herrlich und der Camping Platz auch. Ich schaute mir noch etwas die nächsten Etappen an und organisierte die nächsten Unterkünfte. Interessanterweise war das Lager heute in der Schweiz mit bisher am günstigsten, dafür halt ohne Abendbrot und Frühstück. Wo wir gerade beim Thema Frühstück sind. Morgen früh kann ich endlich mal mein Müsli essen, dass ich von Anfang mit mir herumgetragen musste. Alle wird es bestimmt nicht, aber weniger und damit leichter. Damit würde dieser „Ausrüstungsgegenstand“ auch endlich mal benutzt. 🙈
Nun machte ich es mir auf dem meinem Bett bequem und genoss noch etwas den Abend. Da ich morgen früh keine feste Frühstückszeit habe, kann ich ganz entspannt in den Tag starten. Die morgige Wetterprognose sieht auch gut aus, damit die 1600 hm Anstieg auch Spaß machen, wenn ich zum Rifugio Cristina gehe. Damit ist mein Schweizer Intermezzo auch schon wieder beendet und ich bin wieder in Italien. Damit ist auch das Internetproblem erst einmal wieder gelöst, insofern Empfang usw. oder WLAN. Wir werden sehen.




































