Alpenüberquerung
Wien - Nizza

47. Etappe: Poschiavo – Rifugio Cristina

Die Nacht habe ich hervorragend geschlafen. Die Jungschen waren gestern Abend noch etwas laut, doch mit den Ohrstöpseln kein Thema. Mein Lager war genau über dem Gemeinschaftsraum des Camping Platzes. Aber 22.30 Uhr war dann Platzruhe. Gegen 4 Uhr mußte ich mal, aber ich konnte nahtlos weiterschlafen bis 6.15 Uhr. Ich fühlte mich gut fit, packte, ins Bad und dann  Frühstück. Es gab ein Käffchen mit Milch und 3 Tassen Müsli mit Milch und Zucker bis ich satt war. Die restliche Milch hatte ich mir auch noch reingedrängelt. War ja schließlich bezahlt.

Als ich mit allem fertig war, räumte ich noch auf, erledigte den Abwasch und dann ging es gegen 8 Uhr bei herrlichem Wetter los. Zu Beginn paar Meter Ebene und dann ging es auch schon direkt steil aufwärts. Der Weg war einfach zu gehen, aber steil. Das erste Ziel weiter oben war Selva. Die dort wohnen, können sich wirklich glücklich schätzen. Echt schön dort. Es ging weiterhin kontinuierlich steil aufwärts. Irgendwie fühlten sich die Beine dann nicht 100% gut an, wie sonst. Kohlenhydrate gab es gestern Abend und Stretching bzw. Massage ebenso. Nach gut 2 Stunden gönnte ich mir eine Pause und trank ordentlich nach, da ich gut geschwitzt hatte. Aber selbst nach der Pause fühlte es sich noch etwas zäh an. Ich nahm das Tempo auch ein Stück zurück, da dann auch der finale Aufstieg zum Cancian Pass begann. Da der Pass sehr schön ist, wollte ich mich nicht durchschinden, sondern auch etwas die herrliche Aussicht genießen.

Oben kam dann auch wieder die Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Von dort konnte ich fast bis zur anderen Grenzseite schauen, wo ich in die Schweiz eingereist bin. Irgendwie cool das Ganze. Ganz oben machte ich dann noch eine Pause und genoss die Aussicht und das schöne Wetter.

Dann folgte nur noch der Abstieg zur Rifugio. Bergab und Ebene waren kein Problem. Nur das Hochsteigen heute, war mittelminus. Vielleicht lag es auch am Frühstück, obwohl ich lange kein Hunger hatte. Hoffentlich ist es morgen wieder besser. Es folgte dann ein recht steiler Abstieg durch loses und teilweise blockiges Gestein. Aber gut machbar. Ich schaute num ins Tal und ließ das andere hinter mir. Auch hier wieder mega schön und spektakulär. Vorallem wieviele kleine Seen es dort gibt, die durch Gletscherwasser befüllt werden. Um euch einen Eindruck zu vermitteln, wie schön es ist, anbei noch ein Rundumblick-Video.

Als der Abstieg geschafft war, ging es gemütlich über Wiesen bis zur Unterkunft. Man konnte den Trail richtig gut genießen. Genau wie die Murmeltiere hier. Man geht am Weg so entlang und sie gucken einen aus ihren Löchern an. Echt trollig. Gegen 13.30 Uhr kam ich dann an, machte den Checkin und ging in ein Mehrbettzimmer. Mal schauen, ob ich das alleine für mich habe. Kurz vor dem Abendbrot kamen dann doch noch 2 Deutsche (vermute ich mal). Aber irgendwie sind sie vom ersten Eindruck her nicht sympathisch, weshalb ich erstmal nur nach Ansprache reagiere. (Das wünschen sich andere sicherlich auch von mir! 😄) Es folgt die übliche Ankommroutine und ich ließ mich heute zum Mittagessen hinreißen. Nudeln mit Bolognese. War echt reichlich und hat super geschmeckt. Das fühlt hoffentlich die Glykogenspeicher wieder etwas auf, bis dann beim Abendessen die Restladung kommt.

Nach dem Essen bin ich noch etwas in der Gegend umher gestromert und habe mir das Plateau hier genauer angeschaut. Kaum zu glauben, dass das hier oben so bewirtschaftet wird. Die Lage ist echt toll. Die Sonne ballert schon ordentlich, aber sobald Wolke und Wind kommen, ist es echt kühl. Nach meinem Spaziergang massierte ich Beine, damit es morgen besser klappt, da die Etappe auch gut fordernd ist. Ich bin zuversichtlich. Ich packte mich dann auf mein Bett und entspannte ein wenig. Perfekter Zeitpunkt, um schon einmal mit dem Beitrag zu beginnen.

Abendbrot gab es dann erst 19.30 Uhr. Finde ich persönlich immer etwas spät. Zwischenzeitlich habe ich mir schon die nächsten Etappen angeschaut und etwas geplant, da übermorgen wieder schlechter wird und ich mir für die lange Etappe einen Plan B zurecht legen will. Es geht ab der Hälfte dann recht steil bergab bis Dazio. Wenn das Wetter gewittrig ist, fahre ich mit dem Bus runter. Aber mal sehen, wie es sich entwickelt. Irgendwie bin ich noch nicht so ganz auf einen grünen Zweig gekommen bei der Planung. Ich werde wohl an Dazio vorbei gehen und ein Stück weiter in die Stadt gehen. Ich muss mal gucken, was der „Woody-Körper“ morgen sagt, ob der Tank für 3 größere Etappen reicht. Ebene kein Thema, aber mit reichlich Höhenmeter gespickt, könnte das grenzwertig werden. Ansonsten werden die Plaketten gezückt. 😂

19.30 Uhr kam die 2. Ladung Nudeln. Als 2. Gang gab es Fleisch mit Möhren. Und das es Fleisch roch auch der kleine Haushund, der bettelnd neben mir stand und geduldig wartete. Ich hätte ihm so gern etwas gegeben, aber es ist nicht mein Hund. Ganz lieb und niedlich der kleine. Gut gefüllt, ging es dann auf das Zimmer. Noch fix meinen Deckel gezahlt und ab dafür. Noch fürs Bett fertig machen und damit ist der Tag auch rum, und wieder einen Tag näher an der Rente mit 85. 😂