Alpenüberquerung
Wien - Nizza

44. Etappe: Stilfser Joch – Isolaccia

Diese Nacht habe ich sehr gut und reichlich geschlafen, bis ich gegen 6.00 Uhr wach wurde. Ich musste die Nacht das Fenster offen lassen, weil die Heizung sehr warm war und ich nix einstellen konnte. Welch Verschwendung. Ich Blicke aus meinem Fenster und sag wie die Sonne so über den Berg kam bei angenehmen 3 Grad und blauem Himmel draußen. Ich habe mich in Ruhe fertig gemacht und gepackt. Frühstück gab es schon ab 6.45 Uhr, doch ich bin erst kurz vor 7 Uhr hin gegangen. Es wartete ein tolles und reichliches Buffet. Ich hatte mein übliches Frühstück geschlemmt, um gut über den Tag zu kommen. Es gab sogar Rührei und Speck. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Nach dem Frühstück bin ich wieder auf mein Zimmer und habe meine Sachen geholt. Zimmer noch fix bezahlt und dann ging es kurz vor 8 Uhr los.

Heute habe ich mich für lange Sachen entschieden. Als Jacke reichte mir die Regenjacke, um Wind abzuhalten und etwas Wärme zu halten. Auf knapp 3000 m ist es halt frisch. Auf dem Ortler nebenan waren -4°C. Sooo eisig! 🥶 Es ging gleich zu Beginn ein sehr steiles, aber kurzes Stück hoch, wo ich gleich merkte, dass ich eine Woche nicht gelaufen bin, wie sonst. Trainingsstand hatte sich über die Gipfelstürmerwoche aufgebaut. Es ging nicht so leicht von der Hand wie üblich. Oder es war einfach zu kalt. Wer weiß. 😅

Die Etappe an sich heute war ein guter Wiedereinstieg auf den Trail. Leicht begehbare Wege und viel Abstieg nach Isolaccia auf knapp 23 km und fast 2000 hm nach unten. Aber durch die Distanz war natürlich die Steigung gemäßigt und alles im Rahmen. Der Trail heute hat definitiv nicht mit guten Ausblicken und Panoramen gegeizt. Ich lasse die Bilder für sich sprechen. Da der Weg einfach war, nutzte ich dies, um die letzte Woche mit den Gipfelstürmern noch einmal im Detail von Tag zu Tag durch den Kopf gehen zulassen. Und irgendwie vermisse ich alle jetzt schon, was mich tatsächlich emotional sehr berührt hatte. Da keiner auf dem Trail war, konnte man sich gediegen gehen lassen und auch mit sich selber reden. Mein Resümee war letztlich auch, dass das schönste bei so einer Fernwanderung auch ist, diese tollen Momente mit so wundervollen Menschen teilen zu können. Das macht es so besonders und einzigartig, weshalb sich unsere Gruppe auch so gefunden hat, wie sie jetzt ist. 🤗

Die Zeit verging und ich erreichte nach gut 2 Stunden das Bocchetta di Forcola auf 2760 m Höhe. Ab da ging es dann fast nur noch bergab. Anbei ein kleines Rundumblick Video.

Jetzt folgte das Murmeltierland. Im dieser einzigartigen Umgebung haben sich die Murmeltiere ihr eigenes Reich errichtet und man hat immer welche gesehen, egal wohin man geschaut hat. Echt niedlich und trollig das Ganze.

Man hatte auch Gefühl, man würde durch eine Mondlandschaft laufen. Trotzdem beeindruckend schön und keine Menschenseele. Erst in der Nähe des touristischen Lago di Concano waren natürlich wieder mehr Leute und der Stausee hat sich auch eindrucksvoll gezeigt. Echt schön die Ecke dort. Egal in welche Richtung man blickte, man hätte aus jedem Blickwinkel ein Motiv für eine Fototapete. Sehr beeindruckend. Nachdem ich den See passiert hatte, folgte doch ein sehr steiler Abstieg nach Isolaccia, der sehr steinig war und sicherlich gut Profil vom Schuh gewetzt hat. Glücklicherweise ging ein Wanderweg durch das Serpentinenlabyrinth, sonst wären es so viele Kilometer mehr heute geworden. Ich hatte dann noch ein Stück abgekürzt, da meine Unterkunft nicht direkt im Ort liegt, sondern am Rand. So sparte ich mir das Stück in den Ort rein.

Gegen 13.30 Uhr kam ich dann an, konnte schon einchecken, obwohl 15 Uhr erst möglich war, laut Internetangabe. Aber der Chef sagte, kein Problem. Das war super, da konnte ich Sonne und Wind nutzen, um meine Klamotten ordentlich zu waschen und zu trocknen. Das war auch das erste was ich tat, als ich im Zimmer war. Zum Abend hin war alles wieder trocken und frisch (im Rahmen der Möglichkeiten).

Auch der Rucksack und die Schuhe wurden ordentlich sauber gemacht, sodass es morgen wieder frisch und sauber losgehen kann. Danach chillte ich ein wenig und schaute mir die nächsten Etappen an, sowie mögliche Unterkünfte, die ich angeschrieben habe. Es kommen jetzt 2 Tage Schweiz. Wenn es WLAN gibt, schreibe ich natürlich Blog und falls nicht, wird nachgereicht. (Dieses Mal ist es tatsächlich so und kein Ablenkungsmanöver, um andere zu überraschen. 😄) Also bleibt bitte geduldig, da Traffic in der Schweiz erfahrungsgemäß echt teuer ist. Ich will nicht unnötig die Penunzen raushauen.

Danach bin ich in den Ort gelaufen und habe meinen Proviant aufgeführt für die nächsten Tage. Es gab sogar einen kleinen Supermarkt in dem Ort. Hat also gut gepasst. Auf dem Heimweg kam ich einer Pizzaria bzw. Dönerladen vorbei, wo ich im vorbei gehen beschlossen hatte, mir zum Abendbrot dort einen Döner zu gönnen. Gegen 18 Uhr war ich dann dort, der nur 2 Minuten entfernt lag von meiner Unterkunft. So hab ich auch etwas Geld gespart mit 7 Euro statt m, statt für knapp 20-30 groß essen zu gehen. Satt war ich danach auch und ich hatte von Einkauf auch noch paar Snacks.

Nach dem Abendbrot machte ich mich dann auch an den Blogbeitrag, damit ihr ja nicht zu kurz kommt und eure Sensationslust befriedigen könnt. 😆 Alt werde ich heute nicht und werde dann voller Vorfreude auf die nächste Etappe dann Schlafen gehen, nachdem ich alle anderen Blogbeiträge der München-Venedig Wanderer noch gelesen habe.