Alpenüberquerung
Wien - Nizza

Back on Track: Schlüterhütte – Stilfers Joch

Nach einer Woche Exkurs bei den Dolomiten mit den Gipfelstürmern, geht es morgen wieder weiter Richtung Nizza. Der Exkurs kam fast genau zur Halbzeit. Dazu bin ich heute von der Schlüterhütte abgestiegen und mit Bus und Bahn wieder Richtung Stilfser Joch gefahren, wo ich letzte Woche vom Trail ausgestiegen bin. 

Schweren Herzens musste ich heute als erster die Gruppe verlassen und absteigen. (Wie üblich recht zügig). Es war schon etwas kühl, aber als ich an der Bushaltestelle an der Zanser Alm ankam, wechslte meine Bekleidung wieder auf „kurz“. Der Bus bzw. Busse kam/en pünktlich und ihr macht euch kein Bild, wie sich dort Massen an Menschen reingezwängt haben. Echt heftig. Selbst an dem Parkplatz waren schon so viele Touristen, die in alle Richtungen geströmt sind. 9.35 Uhr ging es los mit dem Bus Richtung Brixen. Anfänglich war ich der einzige Fahrgast, doch der Bus füllte sich allmählich. Als dann noch 2 Schulklassen einstiegen, war es auch gemütlich und laut. Aber ich war gut trainiert durch die letzten Tage. 😀

In Brixen angekommen, musste ich ca. 45 Minuten warten. Die Zeit nutzte ich sinnvoll, um die nächsten Etappen vorzubereiten bzw. Unterkünfte zu organisieren. Temperaturmäßig war es angenehm, aber die Sonne war trotzdem recht intensiv. Der Zug von Brixen nach Meran klappte einwandfrei und ich hätte eigentlich 38 Minuten warten müssen, bis wieder der Bus 250 nach Spondinig gefahren wäre. Aber irgendwie stand da aber ein Bus 250 am Steig, der da nicht stehen sollte. Offensichtlich eine Verspätung aus vorhergehender Fahrt. (Die Sprüche der DB aus dem DB Navigator kann ich aus dem FF) 😀 . Da ich nur 5 Minuten Umsteigezeit in Spondinig gehabt hätte, dachte ich mir, warteste lieber dort die lange Zeit, musst aber nicht um den Anschluss bangen. Den einen Busfahrer habe ich vom letzten Mal erkannt, der geheizt ist, wie eine gesenkte ***. Zum Glück ist der nicht gefahren. Also stieg ich ein und kurz danach ging es los. Während der Fahrt nach Spondinig fuhren wir wieder den Weg den ich letzte Woche gelaufen bin. Langsam kenne ich mich dort aus. Wir kamen in aller Ruhe an und ich wartete dort dann eine knappe halbe Stunde. Der Bus 271 nach Stilfs Dorf stand schon da und hat seine Lenkpause gemacht. Ein gewöhnlicher Linienbus, kein Gelenkbus. Die passen dort nicht auf die engen Straßen. Die Zeit verging und ich merkte langsam, dass die Entscheidung in Meran richtig war, den Bus eher zu nehmen. Kurz nach dem wir losgefahren sind, kam nämlich erst der Bus 250 aus Meran und ich hätte den Anschluss nicht bekommen und eine Stunde warten müssen. Echt Glück gehabt. 😊😇

Aber damit war der DB Nervenkitzel noch nicht vorüber.  Denn in Stilfs Dorf musste ich noch in die 270 zum Stilfser Joch umsteigen, bei einer Umsteigezeit von 2 Minuten. Dezent knapp. Und es kam wieder eine Klasse in den Bus und dadurch dauerte die Haltestelle eine gefühlte Ewigkeit und wir waren bei +4 Minuten. Schwitz Schwitz. 😅 Was ich nicht gecheckt hatte, ich hätte auch eher in Abzweigung Stilfs aussteigen können, um mehr Zeit zu haben, da der andere Bus dort auch hält. 🫪 Da war es aber schon zu spät. Also beten und ich wusste, dass noch 2 Baustellenampeln kommen. Als dann ein grüner Bus entgegen kam, dachte ich: „Mist, eine Stunde warten.“ Naja, Pech gehabt, aber es war eine andere Linie.

Aber wir kamen in Stilfs Dorf an und der Bus 270 stand noch da. Unser Bus wendete noch und ich sah, wie der andere Bus den Motor startete. So wie bei uns die Tür aufging, rollerte der 270er los. Ich hinterher gerannt und der Busfahrer hatte das gesehen und blieb noch einmal stehen und ich konnte noch einsteigen. Ich bedankte mich und nahm Platz. So sparte ich eine Stunde unnötige Wartezeit. Es wäre halt entspannter gewesen, eher auszusteigen. Echt Schwein gehabt. Dann begann der Bus sich wieder die knapp 50 Kehren hoch zum Stilfser Joch zu schlängeln. Und die Aussicht auf den Ortler hat mich ein ums andere Mal verzaubert. Nach knapp 1 Stunde Fahrtzeit waren wir oben und der Bus hielt genau vor meiner Unterkunft. Da es kühl war, konnte ich mir die langen Sachen noch schenken.

Checkin ging alles wie gewohnt und flott und ich bin in mein gemütliches Zimmer. Dieses Mal bin ich in einem anderen Hotel gewesen, dass nicht direkt an der Passstraße liegt und es etwas ruhiger ist. Obwohl heute nix großartig gelaufen war, führte ich trotzdem meine gewohnte Ankommroutine durch. Danach etwas chillen und noch einmal rausgehen, Beine lockern und frische Luft schnappen. Die Sonne schien herrlich und ein recht kühler Wind. Ich hatte mich für die Daunenjacke entschieden, was einen guten Wahl war. Abendbrot gab es hier erst 19.30 Uhr, aber halb so wild. Ich studierte das Menü, dass bei der Halbpension inkludiert war und ging dann wieder auf mein Zimmer und habe ich entschieden noch einen Blogbeitrag zu formulieren, damit ihr wisst, dass es nun weitergeht.

Rückblick – Exkurs mit den Gipfelstürmern

 Ich möchte auch den Beitrag heute dazu nutzen, die vergangene Woche mit den Gipfelstürmern Revue passieren zu lassen.

Alles begann damit, dass ich Daggy, Toni, und Nicole in Vintl abgepasst und überrascht habe. Um zur Kreuzwiesenalm zu kommen, mussten sie zwangsweise über eine Brücke und kurz dahinter hatte ich mich positioniert auf einer Bank. Dazu habe ich mich verkleidet, damit es nicht zu einfach wird. Als setzte ich meinen Insektenhut, Sonnenbrillenaufsatz und Buff als Maske auf. Nach knapp 2 Stunden Wartezeit kamen sie endlich. Ich hatte sie in der Ferne gesehen, schnell auf Position und Handy ausgerichtet und heimlich gefilmt. Und da kamen sie angetrottet. Ich bewegte keine Minie oder irgendwas. Wie versteinert. Mit skeptischen Blick musterten sie mich, aber gingen weiter. Selbst Daggy unser Kommunikator schreckte davor zurück mich anzusprechen. Da war die Maskerade wohl eine Spur zu scharf. Sie gingen weiter. Ich wartete kurz, zog mich dann normal wieder an und lief mit laufender Kamera hinterher, bis ich Toni eingeholt hatte. Er hat es gar nicht so schnell realisiert, dass ich es war, aber dann um.so herzlicher die Begrüßung. Die anderen warteten an einem Wegweiser auf uns. Erst skeptischer Blick, da sie dachten, Toni hat den Psycho aufegabelt und dann Realitätsschock. Entsprechend überrascht und voller Überfreude begrüßten wir uns alle. Die Gruppe wurde noch von einem anderem München-Venedig Wanderer begleitet, der sich als Dirk vorstellte und später noch eine kleine Rolle bei der 2. Überraschung für Familie Gerth einnahm.

Getrieben von Euphorie und Freude machten wir uns an den steilen Aufstieg Kreuzwiesenalm. Wir hatten jede Menge Spaß, Pausen, Waldbeeren und tolle Gespräche. Natürlich kam die Frage auf, wie machen wir das mit Familie Gerth und der Überraschung. Da kam die Idee, dass ich mich vorbei schleiche und die Getränke als Kellner bringe. Da Gerths vor uns da waren, musste wieder die Maske her. Kurz vor der Alm liefen die 3 vor um den Fokus auf sich zu richten, während Dirk und ich vorbei liefen und in die Hütte. Daggy hatte fix das Personal instruiert und ich versteckte mich solange, bis zu meinem Einsatz. Dann war es soweit und Vorhang auf… ungläubige Blick und dann der Dammbruch der Freude auf allen Seiten.

Man lag sich in den Armen und und freute sich riesig auf die nächsten gemeinsamen Tage. Damit waren die Gipfelstürmer komplett für das große Abenteuer – 10 jähriges Jubiläum München-Venedig. Wir blieben dann noch einen Tag auf der Kreuzwiesenalm und zogen dann weiter zur Maurerberghütte für 2 weitere Tage und dann zur Schlüterhütte, wo sich die Wege trennten. Die Gipfelstürmer gingen weiter zur Puezhütte, Gerths blieben noch und ich.. siehe oben. Hier jetzt alle Tage zu dokumentieren, würde den Rahmen sprengen.

Ich bin so froh, meine Tour unterbrochen zu haben. Ich hätte mich so sehr geärgert und es so hart bereut, wenn ich nicht hingefahren wäre. Es war so eine unvergesslich schöne Zeit, dass ich beim Abstieg emotional sehr mit mir ringen musste. 😢Diese Vertrautheit, dieser Spaß, die Kinder, die Sprüche, die Abenteuer, die Gespräche…einfach alles!! Wirklich alles! Dieses Treffen hat meine Seele zu tiefst berührt und so tolle Erinnungen geschaffen. Es lässt sich eigentlich kaum in Worte fassen. Einen ganz ganz großen Dank für diese tollen Momente und Erinnerungen, die uns keiner mehr nehmen kann. Danke! Danke! Danke! 🥰 Vorallem Veronika, für deine sehr ergreifende Voice-Nachricht. Ich freue mich jetzt schon auf das 20 Jährige bzw. das nächste Gipfelstürmer-Treffen.

Bilder vom Gipfelstürmer-Treffen