
Diese Nacht habe deutlich besser geschlafen, da es gestern Abend noch geregnet und etwas gewittert hatte. Da war die Luft etwas kühler. Abends habe ich noch zugesehen, wie Spanien in das Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft einzog. Ich hätte es Belgien mehr gegönnt. Gegen 6 Uhr war ich wach und die übliche Morgenroutine begann. Als ich so auf den Balkon ging, merkte man aber schon die Wärme und Schwühle. Was das später bedeutet, war ja klar.
Es ging dann 8 Uhr zum Frühstück und der Bauch wurde in üblicher Manier gefüllt. 8 Uhr ist echt spät, weil man dann auch erst später loskommt. Glücklicherweise war die heutige Etappe nicht so lang. Nach dem Frühstück noch den Check out fertig gemacht und dann ging es kurz nach 9 Uhr los. Die Sonne schien, es war schwühl und natürlich warm, Tendenz heiss. Aber es nützte alles nix und los ging es. Zur Abwechslung heute, nur bergauf, mal steil bzw. noch steiler. 😀 Die ersten paar Meter waren zum einlaufen und es war ein fantastisches Gefühl mit dem neuen Paar Schuhe. Du merkst halt sofort, wenn wieder Profil und Dämpfung an der Sohle dran ist. Dann ging es auch direkt steil los nach Dorf Tirol und die Schloisen am Körper stellten auf „Wasser marsch!“.
Nach gut einer Stunde habe ich schon die erste Pause gemacht und habe mein Shirt ausgefrungen. (Das sah aus, wie Markus seins nach dem Mittwochstraining). Gleichzeitig habe ich auch den ersten halben Liter Himbeerwasser nachgekippt, um fit zu bleiben. Der Weg erinnerte eher an alte Pilgerpfade Richtung Rom bzw. war das genau so einer, wie als ich vor paar Tagen in Bozen gestartet bin. Größtenteils sind Bäume und Sträucher am Wegesrand, die auch wertvollen Schatten spendeten. Der Vorteil an so einem Weg ist, dass man natürlich schnell Höhermeter macht und durch die Steine meist eine gute Ideallinie findet, um via Mini-Serpentienen einfacher und zügiger aufzusteigen. Natürlich rollte ich dann allmählich das Feld von hinten auf. Nach der nächsten Stunde habe ich wieder Pause gemacht kurz vor dem Hochmut. Wieder 0.5 Liter nachgefüllt und dieses Mal die Socken ausgefrungen, denn die waren so Schweiß getränkt, dass es schon leicht fatschte im Schuhe. Das war echt mega reudig, zumal der Schweiß auch das ganze Insektengetier anzieht, wie das Sterni den Punker. 😀
Kurz nach der Pause schwenkte ich dann auf den Meraner Höhenweg ein, der echt schön und wegsam ist. Natürlich auch sehr touristisch, da man mit der Seilbahn zum Hochmut hochfahren kann. Aber es ging noch im Vergleich zu den richtigen Hotspots, wo ich in den letzten Wochen war. Man hatte eine herrliche Aussicht in fast alle Richtungen, wenn es nur nicht so doll diesig gewesen wäre.
Auch wenn die Gesamtstrecke nicht so lang war, zog sich das Ganze durch die knapp 1600 hm, die zu bewältigen waren. Ich hatte einen echt guten Rhythmus und kam zügig vorwärts. Auch als der Anstieg gemäßigter wurde, nahm auch der Wasserverlust ab. Ich zog dann durch bis zur Hütte und war nach gut 4 Stunden an der Schutzhütte Hochgang. Natürlich war hier auch etwas Betrieb, doch ich wurde freundlich empfangen und zu meinem Mehrbett-Zimmer geführt. Fix das nötigste aus dem Rucksack geholt und Duschen gegangen. Ich habe mir heute die Marke für Warmwasser gespart und war happy über das kühle Nass. Die Laufsachen habe ich unmittelbar danach auch gleich gewaschen, da die einfach nur Schweiß getränkt waren. Fix alles aufgehangen und den Rucksack noch entpöckelt. Ein großer Vorteil zeitig da zu sein ist auch, dass man im Lager dann sich noch ein gutes Bett suchen kann.
Da ich widererwarten hier doch Internet hatte, begann ich schon mit der Etappen-Nachbereitung und den ersten Zeilen des heutigen Blogbeitrages. Da das Wetter schön war, bin ich noch um die Hütte gestreift und habe die Entspannung genossen, so wie das einfache Schauen in die Ferne und an nix denken. Dann kam das kleinere Hüngerchen und ich drückte mir wieder mal einen Kaiserschmarrn in die Figur, wobei der Kaiserschmarrn eher wirkte, wie zerflederte Eierkuchen, da die Teilstücke nicht fluffig waren. Dem Kenner fällt das halt auf. Oder Toni? 😀
So wie ich grad schrieb in meiner Koje, kam auf einmal eine große Wandergruppe Frauen ins Zimmer. Na mal sehen was das wird… 🙈 18 Uhr war Abendbrot angesetzt und ich bin erstmal wieder rausgegangen, bis im Zimmer wieder Ruhe einkehrte. Zum Abendbrot gab es lecker Gulaschsuppe als Vorspeise, Spaghetti Bolognese als Hauptgang und Apfelstrudel als Dessert. Also die ORS war zum Teil deutlich überschritten, doch wie ich mich kenne, habe ich dann ab 3-4 Uhr wieder Hunger. Die Energiespeicher sind definitiv voll aufgeladen für den morgigen Tag.
Ich habe mich dann bereits in meine Koje gelegt und mir die nächsten Etappen in Ruhe angeschaut. Noch ein paar Anpassungen vorgenommen, um etwas flexibler auf schlechteres Wetter reagieren zu können, da voraussichtlich im paar Tagen, das Wetter instabiler werden könnte. So habe ich etwas mehr Planungssicherheit. Mittlerweile ist es nun hier oben ein wenig abgekühlt und man konnte befreit durchatmen, ohne zu schwitzen. Danach gab es noch ein paar Runden Schach und dann fielen auch schon langsam die Augen zu.
























