
Diese Nacht habe ich recht gut geschlafen, nur das es zwischen durch übelst heiss war. Obwohl wir auf knapp 1800 Meter Höhe waren, schlief ich in kurzen Sachen und nur mit meinem Hüttenschlafsack. Und selbst das war gefühlt schon fast zu warm. Jedenfalls habe ich gute 9 Stunden geschlafen und habe dann so gegen 6.15.Uhr meine normale Morgenroutine begonnen. Als ich wieder ins Zimmer kamen, waren alle anderen auch schon auf und ich ich konnte in Ruhe meinen Rucksack packen, ohne jemanden zu stören. 7 Uhr ging es dann zum Frühstück, wo ein solides Hüttenfrühstücksbuffet wartete. Also mir hat es an nichts gefehlt und ich habe mich gut für den Tag gestärkt.
Das Wetter war herrlich. Sonnenschein, blauer Himmel und eine leichte Briese hin und wieder. Kurz vor 8 Uhr ging es dann los und auf dem schönen Meraner Höhenweg weiter. Ein schöner und gut zugehender Wanderweg, entlang des Berges. Natürlich an der einen Seite stets steil nach unten. Der Weg war in meinen Augen breit genug, aber man muss trotzdem aufpassen wo und wie man hintritt, dass man nicht abstürzt. Ein Großteil ging zu Beginn durch Waldstücke, die Kühle und Schatten spendeten. Es ging immer leicht hoch und runter und der Wald gab immer ein paar Fernblicke frei. Ein wirklich ganz toller Wanderweg. Der Vorteil, wenn man gegen den Strom läuft, dass man zu Beginn seine Ruhe hat und niemand mit oder entgegen gelaufen kommt. Natur pur genießen. Und wenig später habe ich sogar meinen ersten Fuchs auf dieser Tour gesehen, der meinen Weg flink kreuzte und im steilen Wald nach oben verschwand.
Ich lief und genoss es einfach auf dem Trail zu sein. Man konnte auch die Gedanken etwas schweifen lassen unterbrochen von hier und da einem kleinen Stolperer. Ich kam auch ab einigen Almen und Hütten vorbei, wo sich andere Wanderer auch gerade abmarschbereit gemacht hatten. Dann wurde es wild. Mir kam eine Vierköpfige Familie entgegen und hinter denen kam eine Vierköpfige Ziegenfamilie hinterher gelaufen. Der Mann versuchte sie immer zu verscheuchen, aber ohne Erfolg. Ich hatte versucht, die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, dass ich die Ziegen quasi wieder mit zur letzten Alm führe. Aber die Ziegen waren so fixiert auf die anderen, dass sie sich an mir gar nicht störten. Wie so oft, wae ich nur eine Luftnummer. 😀
Als ich dann an der Schutzhütte Nasereit angekommen bin, hatte ich das dort dem Hirtenwirt gemeldet, das da Ziegen den Leuten hinterher laufen. Er fragte nur, ob die Glocken getragen hatten. Hatten sie nicht und der Hüttenwirt atmete auf. „Jaja, diese dummen Viecher laufen gerade immer den Leuten nach und finden den Weg wieder zurück. Ich dachte schon, dass wären, die aus unserem Stall gewesen. Sichtlich erleichtert bedanke sich der Wirt fürs Bescheid geben und ich machte mich auch wieder auf den Weg mit dem Wissen eine gute Tat getan zu haben.
Nun wurde der Trail voller mit Leuten, da eine Seilbahn an der nächsten Hütte war und die Leuten strömten auf dem Stück hin und her. Aber es war noch ok. Ich überholte ein junges Paar mit Hunden, wo der Mann tatsächlich dort barfuß gelaufen ist. Echt verrückt. Nach der Seilbahn wurde es wieder ruhiger am Trail und ich konnte gemütlich laufen. Der Weg wurde dann auch schmaler und erinnerte mich ein wenig an den Karnischen Höhenweg. Aber alles kein Problem. Doch nur wurden die Waldstücke Immer weniger und die Sonne drückte schon ordentlich. Durch die Höhe nicht ganz so heiss, aber trotzdem spürbar warm. Der Weg gabelte sich dann auf und ich verließ den Meraner Höhenweg und stieg gen Naturns ab. Man konnte von oben rechts oben neben den Fußballfeldern dien Unterkunft bereits sehen. Der Abstieg war schon knackig muss ich sagen, da er recht steil und steinig war. Es war schon Vorsicht und Trittsicherheit geboten und mit den neuen Schuhen sehr gut machbar.
Also arbeitete ich mich mit Bedacht nach unten. Da es trocken und warm war, hatten auch einige Bauern ihre Wassersprenger angestellt, die teilweise den Wanderweg auch treffen. Auf ein kurzes Zeitfenster gewartet und losgehuscht. 2 kleine aber erfrischende Salven trafen mich etwas, aber alles easy. Der steile Weg ging tatsächlich fast bis ganz runter, sodass man plötzlich in Naturns stand. Auf dem Weg lag auch noch eine Bank, wo ich mich gleich noch einmal mit etwas Bargeld ausgestattet habe, da man nicht immer und überall in den Bergen mit Karte zahlen kann.
Auf dem Weg zur Unterkunft kam ich auch an einer Eisdiele vorbei. Da musste natürlich eingekehrt werden mit 2 Kugeln Kokosnuss und Cookie-Caramel. Das Eis war echt lecker und reichte genau bis zum erreichen der Unterkunft. Der Checkin war erst ab 14 Uhr möglich, als nutze ich die Zeit um bereits Schuhe zu wechseln und den Beitrag zu schreiben. Ich hatte es mir Schatten auf der Treppe davor gemütlich gemacht. Also alles entspannt und die Zeit verging, bis die Tür sich öffnete und ich herein gebeten wurde.
Dann folgte ein absolutes Kuriosum. Als ich gefragt wurde, wie ich heiße, nannte ich zuerst meinen Nachnamen und dann den Vornamen. Die Dame fragte, ob dann noch 2 Leute kommen? Ich ganz verwundert: „Nein, ich bin alleine unterwegs und hatte über booking reserviert.“ Ich sah den Zettel mit den Reservierungen und sah dann warum sie fragte… ich heiße Peer Mathiebe und es gab noch einen anderen Gast mit dem Namen Mathilde Perr. Als ich dann auf meinem Zimmer war, googlte ich natürlich und fand tatsächlich diese Person. Echt verrückt! Mal sehen, ob die Person morgen beim Frühstück identifizieren kann. 😀
Es folgte dann die gewöhnliche Ankommroutine mit Klamotten waschen und duschen. Bei der Wärme und Wind war das Zeug ratzfatz trocken und morgen früh wieder frisch einsatzbereit. Ich machte es mir auf dem Bett gemütlich und aß paar Snacks. Natürlich die nächsten Etappen schon angeschaut und recherchiert. Die Erfahrung zeigt, dass es gut ist, wenn man mal nach Wegsperrungen schaut in der Gegend. Das minimiert das Überraschungspotential. Gleichzeitig legte ich mir auch einen Plan bzgl. Abendbrot zurecht. So gegen 17.45 Uhr ging ich dann zu einer Pizzaria und gönnte mir Salat, Pizza und eine kühle Sprite. Damit war der Bauch wieder gut gefühlt und ich lief noch äußerst etwas import herum und dann heim. Es war doch noch recht warm und ich wollte nicht wieder schwitzen wie sau. 😀 Damit geht heute auch wieder ein schöner und erlebnisreichen Tag zu Ende und ich gönnte mich natürlich noch die aktuellen Blogbeiträge der anderen Gipfelstürmer, die bereits in den Zentralalpen angekommen sind. Gestern Abend haben wir festgestellt, dass wir direkte Luftlinie gerade mal nur 65 km auseinander liegen, doch die Distanz wird von Tag zu Tag größer.




























