Alpenüberquerung
Wien - Nizza

35. Etappe: Plattkofelhütte – Schlernbödelehütte

Gegen 5.45 Uhr folgte die übliche Morgenroutine und ich habe gleich meine Laufsachen aus dem Trockenraum geholt, iAlsom nicht zwei Mal gehen zu müssen. Bis 6.30 Uhr bin ich noch liegen geblieben, bis die anderen auch wach waren. Ich musste ja nicht mehr viel machen. Also ging es pünktlich 7 Uhr zum Frühstück. Ein solides Buffet wartete dort. Schade, dass es kein Obst oder Gemüse mit gereicht wurde, aber sonst gab es absolut nichts zu meckern.

Greta, Max und ich haben noch etwas über die Tagesplanung gequatscht, während wir aßen, bis es dann los ging. Ich habe mein Zeug vom Zimmer geholt, bezahlt und hatte noch im Foyer auf die beiden gewartet, in der Hoffnung, dass man sich noch ordentlich verabschiedet. Leider hatte das nicht so geklappt und ich bin dann los.

Greta und Max, falls ihr das lest, sorry dafür. Vielen Dank für die überaus sympathisch äen Gespräche und es war mir eine Freude, euch auf meiner Tour kennenlernen zu dürfen. Vielleicht findet ihr ja den Weg hier in den Blog. 😀

Kurz nach 8 Uhr ging es los. Es war doch recht kühl, gerade noch durch den Wind und der Himmel war auch stark bewölkt. Aber nicht dramatisch. Es sollte ja dann ausreißen und Sonne geben. Also tippelte ich los. Der Weg ging leicht bergab über diverse Weiden, bis dann der steile Aufstieg zur Tierser Alpl Hütte anstand. Das war echt knackig. Zu meiner Verwunderung kam dann halt einfach mal ein Lebensmittel LKW den Berg runter. Das die dort so fahren können. Nicht schlecht. Oben angekommen, habe ich mein Langarm-Shirt wieder angezogen, weil da oben und der Wind, war einfach zu kühl, um nur ein T-Shirt zu tragen.

Danach folgte noch ein zweiter Aufstieg, der mit wahnsinns Ausblicken zu überzeugen wusste. Man konnte bis Bozen runter schauen und bis zur Ortlergruppe, wo ich letztes Jahr schon war und bereits nächste Woche ankommen werden. Die Anstiege in der Gegend dort sind auch immer recht steil und belastend. Mal schauen wie es wird. Ich Kam dann auf einem Plateau an und machte eine Pause, die ich zum zelebrieren, der Überschreitung von 700 Kilometer, nutzte. Heute startete ich bereits in die 6. Woche. Da die Etappe am heutigen Tag nicht so lange ging, schlenderte ich gemütlich durch die Gegend und genoss die absolut sensationelle Aussicht.

Nur folgte ein recht steiler Abstieg bis zuvor Hütte und es kamen mir viele gewählte Gesichter entgegen. Weil die Passage hochlaufen, ist auch gut fordernd, mit Sicherheit. Dieses Mal war ich der, der grinsend den Berg herunter kam. So gegen 13.30 Uhr kam ich dann an der Hütte ganz entspannt an. Klamotten sauber gemacht, gewaschen und Rucksack soweit vorbereitet. Man merkte aber schon, dass man jetzt weiter unten ist auf knapp 1700 hm. Es wurde bereits wärmer. Ein kleiner Vorgeschmack, was mich dann morgen auf den Weg nach Bozen erwartet auf nur knapp 260 hm.

Es wird richtig heiß werden und ich muss im Tal noch 14 Kilometer bis Bozen reinlaufen. Das wird ein ähnliches Format wie vom Weißensee nach Kötschach. Nur kmapp 8 km weniger. Also weiß ich was kommt und ich packe noch einen Reserve-Liter ein, sodass ich mit 3,5 Liter gehen. Gut ist, dass fast nur Abstieg morgen ansteht und ich die Liter nicht ganz so durch den Körper jage, wie bei oben besagter Etappe. 28 km mit kalkulierten 6:48 Stunden. Ich sehe mich da realistisch bei 5.45 Stunden. Dann wäre ich frühen Nachmittag in Bozen und erspare mir den „Heat-run“ in der Nachmittagsglut bei 32 Grad. 😀 

Was cool war, an der Hütte gab es eine Dartscheibe. Natürlich habe ich gefragt und durfte eine Runde mit den „Rundspitzenpfeilen“ werfen. Die Pfeile blieben kaum stecken, weil die Spitzen derart kaputt waren, was dafür sprich, dass die pfeile häufiger nicht in der Scheibe gelandet sind. Ich spielte eine halbe Stunde, bis kurz vor dem Abendbrot. 18 Uhr gab es dann lecker und reichlich Abendbrot und ich setzte mich nachher wieder raus und genoss Ausblick und Natur. Alle haben draußen gegessen, außer ich. Heute wollte ich meine Ruhe haben. Es war auch unterhaltsam den Gesprächen des Hüttenpersonals zu lauschen. Hier waren fast nur Deutsche Das Plätschern der Quelle hatte einen Hauch von Fischteich im Garten meiner Eltern. 😀 Die Hüttenkartze streifte selbstverständlich auch durch die Gegend.

Erwähnt sei außerdem, das heute die Gipfelstürmer von 2016 zur 10 jährigen Jubiläumstour aufgebrochen sind. Ich wünsche euch stets gutes Wetter, gute und vorallem passende Ausrüstung, bleibt gesund und unverletzt und genießt jeden Schritt. Egal ob hoch oder runter. Im Geiste laufe ich bei euch nebenher mit und frage zum Abendbrot, ob ihr das noch aufessen wollt. 😀