
Diese Nacht habe ich tatsächlich fast 9 Stunden geschlafen und das echt gut, trotz Mehrpersonenlager. Ohrstöpsel rein und ab die Post nach Traumland. Das geile war nur, dass das Doppelstockbett vom Mitschüler und mir, da einzige war, was geknarzt hat, wenn man sich bewegt. Naja, was solls. Mitten in der Nacht beim Umdrehen, hab ich erstmal einmal das kleine Abstellbord in meiner Koje halb von der Wand gerissen. Das war mit 2 Schrauben aufgehangen bzwm eingehangen. Als ich von unten dran gekommen bin, hatte sich die eine Seite ausgegangen. Handy und Brille landeten glücklicherweise im Bett. Das ganze wieder aufgehangen und weiter ging es.
So gegen 6 Uhr wurde ich wach und ich bin schon mal durch das Bad, da es auf der Etage nur ein Bad gab. Da war das dann schon erledigt und ich habe noch bis 6.45 Uhr gedöhst. Danach aufgestanden, fertig gemacht und 7.00 Uhr runter zum Frühstück. Und dann hieß es herzlich Willkommen im italienischen Rifugio in den höheren Lagen. Das Frühstück sehr überschaubar. Ein luftiges größeres Brötchen, ein Stück Butter, 2 Scheiben Käse, 2 Scheiben Wurst, ein Glas Marmelade für den Tisch und ein Kaffee. „That’s IT!“ Das war für den aktuellen Energiebedarf ein großes Problem. Also habe ich beim Checkout noch eine günstige 3,50 € Rittersport als 2. Frühstück mitgenommen, um noch 500 kcal Extra zu haben. Mit dem Blick nach draußen, wo Sonnenschein und blauer Himmel wartete, wollte ich auch zügig los. So ging es 7.20 Uhr ca. los.Der Abstieg von der Hütte zum Joch ist auch ordentlich. Sehr steil, mit Serpentinen und viel abgetretem Material, sodass Ausrutscher allgewärtig waren.
Beim Bezahlen war ich so sehr mit dem Thema beschäftigt, als ich die Rechnung bezahlt habe, aber vergessen hatte, die 25 Euro Anzahlung als Reservierungsbestätigung verrechnen zu lassen. Das fiel mir dann ein als ich fast unten war. Blöder Mist. Das hat mich sehr geärgert und so wie ich unten am Pordojjoch ankam, sich direkt das nächste Problem offenbarte. Die ganzen Radfahrer von gestern, die ich gesehen hatte, waren nun da und ich musste mehrmals die Straße kreuzen. Das Event war der Maratona dles Dolomites. Aber die Massen, die dort fuhren. Es nahm gefühlt kein Ende. Ich bin ein Stück noch den Berg rauf, wo die noch nicht so schnell waren und ich auf eine Lücke gewartet habe. Fix durchgehuscht und weiter ging es.
Der Weg lief dann neben der Strecke entlang und mündete dann auf einer Skipiste. Ich war heute etwas unzufrieden mit meiner Etappenplanung, da einige Wege sinnlos waren oder reine Mountain-Bike Strecken, wo man als Wanderer nichts verloren hat. Entsprechend fix ging es dort dann durch bis der Abstieg geschafft war und ich in Lupo Bianco rauskam. Dann folgte eine knackiger Anstieg in Form einer steilen Forststraße. Steil, aber gut zu gehen. Als ich die Seilbahn neben mir in meine Richtung sah, war mir auch klar, was mich oben erwartet. Der Weg an sich bis zum Rifugio Valentini bot viele tolle Rundumblicke, vorallem Richtung Piz Boe zurück, wie in dem nachfolgenden Video:
Dann kamen wieder die Menschenmassen auf dem Weg daher und und die letzten 4 Kilometer liefen wieder die Lemminge zur Plattkofelhütte. Es sind halt auch viele Tagestouristen dabei. Ich war dann so gegen 12.30 Uhr da und nutze gleich die Chance zum Klamotten auswaschen, da diese gestern nicht ging. Ins Zimmer konnte ich erst 15 Uhr. Als ich mit allem soweit durch war, ging ich in die Gaststube und habe erst einmal einen großen Teller Nudeln gegessen. Nach mageren Frühstück und der Rittersport hing mir der Magen in den Kniekehlen. Dazu ein leckeres alkoholfreies Hefeweizen und ein Käffchen danach. Die Zeit bis zum Checkin nutzte ich für Etappenrecherche und Planung.
15 Uhr ging es in ein 8 Bettlager und wenig später kam ein junges Münchner Pärchen mit auf die Stube. Wir quatschten natürlich über das Wanden und die Hütten und wo man so herkommt bzw. als nächstes hingeht. Die Greta und Max waren absolut angenehme Gesprächspartner. Die erholsame Freizeit nutzte ich unter anderem schon zum Beitrag schreiben. Mit dem heutigen Tag bin ich bereits 5 volle Wochen unterwegs und habe knapp 700 km geschafft. 😀 Mein geplantes Versorgungspaket wird morgen von meinem Schwesterherz zur Post gebracht, sodass es hoffentlich Ende der Woche in Meran ankommt, wo u.a. mein Pausentag auch ist. Drücken wir die Daumen, dass es klappt. Die Schuhe sind auf jeden Fall wechselbedürftig. Gerade nach den Dolomiten (Nicer Dicer+ für Schuhsohlen) 😀
18 Uhr gab es dann ein echt leckeres und reichhaltigen Abendbrot. Mit Salatbar, Vorspeise Pasta, Hauptspeise mit einem Steak und Dessert ein Sahnejoghurt. Wohl genährt ging es dann noch einmal vor die Tür. Ich konnte mich mit an den Tisch meiner beiden Zimmergenossen setzen und wir haben noch viel gequasselt nebenher. Nach dem Spaziergang habe ich soweit alles fertig gemacht für morgen früh und dann ging es auch schon ab in die Koje.
Mein persönliches Highlight heute war den Piz Boe und die Marmolada schon von der anderen Seite gesehen zu. Wenn man bedenkt, dass ich gestern noch auf der Seite war.










































