Alpenüberquerung
Wien - Nizza

22. Etappe: Spittal an der Drau – Goldeckhütte

Nach einer sehr gut geschlafenen Nacht bis ca. 6.30 Uhr (2 Minuten vor dem Wecker sogar) und dem gestrigen Erholungstag, war ich wieder topfit für den Trail. Das Wetter machte auf den ersten Blick auch eine gute Figur und ich bin motiviert aufgestanden, hab meinen restlichen Kram zusammengepackt und dann ging es in die Mensa. Lecker und ausreichend gefrühstückt und es gab sogar Melone. Da habe ich natürlich noch einmal ordentlich zugegriffen. 😀 Da die Etappe heute unterdurchschnittlich lang war, habe ich mir genüsslich Zeit mit allem gelassen und bin gegen 8.20 Uhr bei herrlichem Sonnenschein los zur Goldeckhütte. Heute war quasi nur Aufstieg angesagt.

Zu Beginn ging es noch ein Stück durch Spittal bis zum steileren Anstieg. Bei der Planung der Etappe gab es im Prinzip 2 Varianten. Eine kurze/steile und eine längere/gemäßigtere. Ich hatte mich für die 2. Variante entschieden, da es recht warm war und man in den Kehren der Forststraße immer wieder tolle Ausblicke Richtung Millstätter See erhaschen konnte. Da ich mehr als genug Zeit hatte, lief ich auch sehr entspannt.

Wenig später kam das Schild der Schilder. Aber ich bin in den letzten Jahren schon häufiger durch solche Gebiete gelaufen, habe aber nie Meister Petz zu Gesicht bekommen. (Zum Glück! 😀) Für den Fall der Fälle habe ich tatsächlich ein kleines Antibärenspray immer griffbereit. Lieber bereit sein, als zerflettert in der Böschung liegen.

Der Forstweg schlängelte sich mit gutem Anstieg den Berg hinauf, bis dieser dann in einen alpinen Wanderweg mündete, der wirklich sehr steil, aber gut gehbar, zum Martennock auf 2039 m führte. Das steile Stück war kein Problem und am Gipfelkreuz war ich schon überrascht, dass das eine Pferdeherde drumherum stand. Die Pferde waren ganz lieb und schauten nur, was ich da so treibe. Neben dem Eintrag ins Gipfelbuch, habe ich für euch noch ein kleines Gipfelvideo aufgenommen. Leider war es heute sehr dieser, sodass die Weitsicht doch beschränkt war. Ich habe dort eine Pause eingelegt und das Panorama genossen. Ich bin immer wieder überwältigt, wie schön das hier alles ist. (Außer die ganzen Fliegen, die an und um einen herum geflogen sind, weil ich quasi neben der Herde saß). Da denken die Fliegen vielleicht auch, ich bin ein Pferd, so vom Geruch her. 😀

Irgendwann wurde es mir zu nervig und ich bin weiter gelaufen. Die Goldeckhütte war in greifbarer Nähe und ich kehrte bereits gegen 12.30 Uhr ein. Vom Hüttenwirt freundlichst begrüßt, kamen wir sofort ins Gespräch und ich gönnte mir auch direkt ein Himbeer-Skisoda. Auf der Hütte war rein gar nichts los und ich bin der einzige Gast des Hauses mal wieder. So zum Abend kamen dann doch noch 2 spontane Übernachtungsgäste. Ok, es ist unter der Woche, keine Ferien und die Seilbahn nebenan fährt auch erst morgen wieder. Der Hüttenwirt war sehr an meiner Tour und die bisherigen Etappen interessiert und so quasselten wir bereits schon eine halbe Stunde.

Ich nutzte dann die schöne freie Zeit und genoss den Ausblick. Genervt davon, dass man in die Ferne schaut und einen Berg sieht, man aber keinen Dunst hast, was das für ein Berg ist, habe ich mich dazu entschlossen mir eine App für das Handy zu kaufen. Für 5,99 € habe ich mit Peakfinder was sehr cooles gefunden. Wenn man die Kamera in die Richtung hält, wird angezeigt, um welchen Berg es sich handelt und wie hoch der ist.

Labeled by PeakFinder

Damit kann ich euch dann auch immer zeigen, was in der Nähe so ist und ich erfülle doch einen gewissen Bildungsauftrag. Ich denke, ihr werdet hin und wieder solche Bilder in der Galerie mit finden. Ich kann mir vorstellen, dass das euch gefällt und auch interessiert.

Den Nachmittag nutzte ich zur Entspannung und schon den Blogbeitrag etwas vorzubereiten. Es war einfach herrlich hier. Diese Ruhe, die angenehmen Temperaturen hier oben auf 1927 m, diese Natur, die Zufriedenheit mit sich und der Welt. Lieber so, als eine Hütte mit viel Trubel. So kann man das viel mehr genießen und einfach mal abspannen.

Gegen 18 Uhr habe ich dann mein Abendbrot geordert. Einmal die Tagessuppe und ein leckerer Wildgulasch. Absolut lecker gewesen. Das Rotkrait zu dem Gulasch war nicht von dieser Welt. Richtig richtig gut. Nun bin ich wieder kugelrund und wohlgenährt gewesen und der Tag neigt sich langsam dem Ende. Wenn ich überlege, dass ich jetzt normalerweise erst einmal zum Training fahren würde. Aber am Berg gehen die Uhren anders, oder ich werde alt. 😀 Nach dem Essen bin ich wieder raus und habe noch die Natur genossen und den Vöglein gelauscht.

So am Rande wegen Essen: Mit gutem Frühstück und 2 Riegel komme ich aktuell gut über den Tag, wenn es nicht zu anspruchsvoll ist. Ansonsten muss der Proteinriegel gezogen werden. Aber um ehrlich zu sein, die Dinger hängen mir langsam zum Halse raus. 😀 Ich hatte es vor kurzem mit Knäckebrot unterwegs probiert. Absolut unbrauchbar gewesen der Versuch. Das ist so Staub trocken, dass man fast erstickt am Sand im Mund. Ähnlich wie beim Lumberjackbrot, hat man das Gefühl, es wird mehr. Und die ganzen Krümel. Das wird es so nicht mehr geben. Wieder an Erfahrung gewonnen. Der solide Keks und die Nüsse sind immer noch das Mittel der Wahl für unterwegs. Bei Trockenobst könnte der Schwefel problematisch werden. 😀