
Die Nacht verlief etwas unruhig, warum auch immer. Vielleicht zu viel getrunken am Abend. Jedenfalls hatte ich nachts einen schönen Blick auf Spittal und früh einen tollen Sonnenaufgang. Also war es nicht ganz unnütz. Von der Temperatur her war es auf fast 2000 m sehr erträglich. Im Tal war das mit Sicherheit etwas anders. 6.30 Uhr bin ich aufgestanden, als dann auch die anderen Übernachtungsgäste auf gewesen sind. Da stört man niemanden, wenn man in Ruhe packt und raschelt mit den Tüten. 😀
Gegen 7.00 Uhr war ich dann fertig und bin noch raus gegangen vor die Hütte, den Morgen etwas genießen. Es kam dann noch ein Gast dazu und wir haben noch locker gequatscht, bis es 7.30 Uhr Frühstück gab. Das Wetter war herrlich, aber leider wieder sehr diesig, dass man nicht so weit klar schauen konnte. Das Übliche… 😀
Das Frühstück war eine herrliche Jausenplatte mit Getränken, Kaffee und etwas Marmelade. Sehr lecker alles, aber viel zu viel. Ich habe gar nicht alles geschafft. Da wir nur wenige waren, saßen dann alle Gäste und die Hüttenbewohner gemeinsam beim Frühstück und haben über verschiedenste Themen gesprochen. Ich habe trotzdem immer mal auf die Uhr geschaut, um nicht zu spät loszukommen. Wir hätten dort sicher den ganzen Tag quasseln können. Als ich dann fertig war, habe ich meinen Rucksack geholt und durfte mich im Hüttenbuch verewigen. Das war echt cool. 😀
Dann ging es los und direkt ein kleiner Anstieg hoch zum Gipfel des Goldeck (2142m) Dort habe ich noch ein oder zwei kleine Gipfelvideo gedreht. Irgendwie bin ich beim ersten Video mittendrin auf Stopp gekommen. Deswegen der Schnitt im Video. 😀
Gut angeschwitzt, ging es jetzt jedoch erst einmal ganz gemütlich bergab bis zur Gusenalm, wo dann der richtige Anstieg des Tages auf mich gewartet hat. An sich ein guter und solider Weg hoch zur Eckwand (2060m). Klar war es steil, aber bei gutem Weg und richtigem Rhythmus, zieht man dann doch problemlos bis hoch, ohne das man konditionell einbricht o.ä. Wenn man sich bei den letzten 100 Höhenmeter das Gelände anschaut, will man bei Gewitter definitiv nicht dort oben sein. Da ist absolut nix, außer Wiese.
Nach der Eckwand folgte ein doch etwas anspruchsvoller Weg abwärts Richtung Techendorf. Aber das Ziel war bereits im Tal zu sehen – der Weißensee. Jedoch musste ich an das andere Ende des Sees. Der Weg kreuzte immer wieder Geröllrinnen, wo man schon etwas aufpassen muss und zügig queren sollte. Als der Weg geschafft war, wechselten sich Forststraße und Wanderpfad immer mal ab. Heute schien die Sonne echt durchgängig und ich war dann auch froh, dass die Strecke viel durch den Wald ging. Natürlich sieht man da weniger, aber es ist schattig und ein Hauch kühler. Je mehr man abstieg, desto wärmer wurde es auch.
Der Weg hat auch immer wieder Möglichkeiten geboten, die Gedanken mal schweifen zu lassen, über verschiedene Sachen nachzudenken oder einfach nur die Natur zu genießen. Ich bin immer wieder überwältigt, wie schön es sein kann, obwohl man beim letzten Mal schon dachte, wie traumhaft es ist. Die Natur schafft es immer wieder eine Schippe drauf zulegen.
Das Techendorf und der Weißensee Tourismus Hotspots sind, hat man allmählich gemerkt, je näher man kam. Immer mehr Spaziergänger und Radfahrer. Das letzte Stück abwärts nach Techendorf bot immer wieder tolle Ausblicke auf den See, auch mit einem kleinen Highlight. Als ich das Foto geschossen hatte:

spürte man wieder den Hauch von Malerwinkel am Königssee. Und dieses Mal sogar auch mit Schiff. Als ich gerade weiterging, dachte ich mit noch so: „Jetzt fehlt nur das noch das berühmte Trompetenecho.“ Und keine 2 Sekunden später, hupte der Dampfer, als hätte mich der Kapitän gehört. Ein lautes Lachen konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Das war zu geil in dem Moment. 😀
Als ich dann in Techendorf ankam, war gut Betrieb durch den Tourismus. Ich pausierte kurz meinen Tracker, da ich noch zur Bank bin, Geld holen und in den SPAR noch etwas für das Abendbrot. Ein Eiskaffee und ein Calippo Cola durfte nicht fehlen.
Meine Unterkunft lag nicht direkt in Techendorf sondern ein kleines Stück weiter in 2,5 km Entfernung am See entlang. Also habe ich meine Stöcke weggepackt und bin schön mit meinem Rucksack und meinem Billa Beutel am See entlang gelaufen. Wie der übliche Pfandpirat, der gerade seinen neuen Claim abstecken wollte. 😀 Am Ufer direkt konnte man nicht gehen, da das alles Privatstrände der Hotels sind. Aber ein Promenadenweg führte dahinter entlang, den ich dann bis zur Unterkunft in Oberdorf gelaufen bin. Es war echt ganz schön warm, da auch kaum bis kein Wind ging. Neidisch habe ich immer auf die Badegäste geguckt, wie schön es im Wasser sein muss.
Dann bin ich gerade am Hotel angekommen und habe meinen Tracker ausgestellt, als mich als eine Frau ansprach, ob ich denn zum Hotel möchte. Ich bejahte und wir gingen rein und haben den Checkin erledigt. Natürlich kam auch meine Tour wieder ins Gespräch und es ist immer witzig anzuschauen, wie überrascht die Leute von dem Trail sind.
Wo wir gerade beim Trail sind. Kurz vor dem Hotel habe ich die 500 Kilometermarke erreicht. Schon etwas mehr als ein Viertel der Gesamtstrecken absolviert. In gut 2-3 Tagen wäre dann einmal München-Venedig bereits geschafft (von 3). Nur in Relation gesetzt zum geneigten Traumwanderpfadläufer. 😉
Nach dem Checkin in mein Zimmer, habe ich nur kurz abgelegt, Wechselsachen und Handtuch eingepackt und dann ab zum See. Denn das Hotel hatte auch einen eigenen Strandzugang, an dem ich bei der Anreise schon fast vorbei gelaufen wäre. Am Ufer angekommen, bin ich aus meinen Badelatschen raus, Beutel abgelegt und gleich so mit allen Sachen ins Wasser gegangen. So sparte ich mir das Waschen im Zimmer. Vorn am Ufer war das Wasser schön lauwarm. Man konnte einfach reingehen, ohne den Schneckenhauseffekt. 😀
Ein wenig umher geschwommen und die Socken und T-Shirt ausgezogen, genoss ich das kühle Nass. Das war heute mehr als verdient. Die Klamotten hatte ich dann noch zum trocknen in die Sonne gehangen und ich begann die morgige Etappe bereits vorzubereiten. Wenig später ging es dann wieder zurück und noch Ausrüstung saubermachen und entpöckeln. Eine richtig kalte Dusche in der Unterkunft war trotzdem nötig, um mit Seife den ganzen Dreck von den Beinen zu bekommen. Im Anschluss habe ich mich um die nächsten Unterkünfte gekümmert. Leider habe ich von der Reisacher Jochalm keine Antwort auf mein Übernachtungsgesuch bekommen. Damit habe ich die Route für morgen angepasst und ich laufe gleich durch bis zum übernächsten Etappenziel in Kötschach. Von der Alm wäre eh nur Abstieg gewesen und ein längeres Stück im Tal. Also nur Kilometer.
Nach den letzten Leistungserfassungen, traue ich mir das zu: 35,7 km auf 9 Stunden mit Komoot kalkuliert. Also wird es am Ende sicherlich auf 8 Stunden hinauslaufen. Und falls es länger dauert, habe ich dann beim Talabschnitt Bus und Zug als Alternative. Morgen soll das Wetter ja den ganzen Tag fast gut sein, also wird das genutzt. 😀
Nach der Planung gab es dann Abendbrot. Wienwürstl mit verschiedenen Salaten. Also habe ich mich gemütlich auf den Balkon gesetzt und gegessen. Jetzt fehlte nur noch der Blogbeitrag, weshalb es heute etwas später geworden ist. Aber ew ist geworden. Mein Highlight heute war der Dampfer. 😀














































