Alpenüberquerung
Wien - Nizza

26. Etappe: Kötschach – Woyalerseehütte

Nicht wundern, dass das die 26. Etappe  ist, da gestern 24+25 zusammengelegt  wurden. Sonst komme ich mit den nachfolgenden Bezeichnungen durcheinander. 

Die Nacht habe ich relativ gut geschlafen und vorallem lange. Ich war dann doch relativ knülle gewesen von dem langen Marsch. Ich hatte mich so gg. 21 Uhr nur kurz auf das Bett gelegt und direkt “Fall down sleep Syndrom” 😀 Ich bin dann gegen 23.30 Uhr noch mal kurz aufgewacht und fix ins Bad Zähne putzen und Zimmer lüften. Um die Zeit war es dann echt angenehm draußen. Danach wieder hingelegt und bis knapp 6 Uhr geschlafen. Der Wetterumschwung ist schon wieder deutlich zu spüren, in Form leichter Kopfschmerzen. Aber nicht dramatisch oder schlimm. 

Ich hatte dann heute morgen alle Zeit der Welt in Ruhe zu packen, da Frühstück erst 7.30 Uhr war. Da ich gestern eingepennt bin, hatte ich natürlich noch nix fertig gehabt. Aber alles entspannt. Ich hatte sogar noch Zeit für die nächsten Hütten noch einmal zu schauen, ob was frei ist. Und siehe da, ich konnte für morgen noch einen Schlafplatz in der Hochweißsteinhütte ergattern. Die letzten Tage war da ausgebucht gewesen. Bei der Porzehütte übermorgen, habe ich erstmal Warteliste. Die Etappen hier oben auf dem Karnischen Höhenweg sind etwas kürzer zwischen den Hütten. In Anbetracht der aktuellen Wetterlage und Gewitterneigung soll mir das mehr als recht sein. Ich bin lieber gegen 12/13 Uhr an der Hütte und genieße die Umgebung, als gegen das Wetter zu rennen. 

7.30 Uhr bin ich dann zum Frühstück. Ich war tatsächlich der einzige Frühstücksgast und mein Tisch glich einem Buffet für 4. 😀 Ich konnte also ordentlich Kalorien tanken und ein Rührerei gab es sogar auch noch. Ich hätte gern noch mehr gegessen, aber es ging dann nicht mehr. Kugelsrund holte ich noch meinen Rucksack, bezahlte mein Zimmer in der Pfeffermühle und los ging es. 

Die Etappe heute bestand zu großen Teilen nur aus Anstieg und steilem Anstieg, um mal etwas Neues zu bringen. 😀 Knapp 15 km mit 1800 Höhenmetern. Zu Beginn ging es entspannt nach oben und im Schatten des Waldes. Die Sonne ballerte gegen 8 Uhr auch schon ordentlich, nebst Wärme. Eine Forststraße brachte mich dann zum Einstieg in steileren Passagen. Das Meisterstück kam dann kurz unter der Oberen Valentinalm. So 5 km vor dem Ziel. An der Alm war noch eine Quelle und ich habe 1 Liter erfrischendes Bergquellwasser (gefiltert) gemascht und noch einen Snack gegönnt, bevor es jetzt zur Sache geht. 

Nach der Pause ging es los und stetig steil nach oben. Die Pause tat echt gut, um aufzufüllen und die Muskeln zu lockern. Die Wetterfee meinte es auch gut und die Sonne verschwand hinter ein paar Wolken, da die Baumgrenze überschritten war. Da wird man nicht zu sehr gegahrt. Es ging dann links am Rauchkofel vorbei Richtung Woyalersee, doch der Weg war Schotter und großsteinig. Nach dem gestrigen Tag wollte ich auch nicht Vollgas geben und bin gemütlich Schritt für Schritt aufstiegen. Die Szenerie der Berge ded karnischen Höhenweges dort ist so unfassbar eindrucksvoll. Es lässt sich wirklich kaum ich Worte fassen. Genießt die Bilder in der Galerie. 

Das letzte Stück wurde dann tatsächlich etwas zäh und meine Beine spürte ich auch langsam. Ich tippelte langsam weiter bis Valentintörl (2138 m) und erreichte dann den höchsten Punkt des Tages und musste nur noch zur Hütte absteigen. Ich verweilte dort einen Moment, genoss die Natur und Ausblicke. Danach ging es dann steil bis zum See hinab, aber der Weg war gut begehbar. Unter am See angekommen ging es noch kurz 400 Meter am See entlang und ich war da. 

Eine tolle Hütte mit toller Lage. Ich ging hinein und meldete mich an. Ich hatte ein 3 Bettzimmer mit 2 anderen Wanderen, die ich bis dahin noch nicht kannte. Duschen und Klamotten waschen war wie üblich die erste Routine, damit die Sachen am nächsten Tag wieder frisch sind und es natürlich im Zimmer nicht so vor sich hinmuchtet. Als alles erledigt war, legte ich mich erstmal auf das Bett und entspannte einfach mal. Tut auch gut.

Da die Umgebung so herrlich schön ist, bin ich dann zum See bzw. auf die andere Seite, wo eine ältere Grenzhütte stand. Da oben verläuft tatsächlich die Grenze zwischen Italien und Österreich. Der See allgemein war gut besucht, sogar mit Badegästen. Da man noch einfacher von 2 anderen Richtungen an der See kommt, waren natürlich Österreicher und Italiener unterwegs. Aber keine Massen zum Glück. Ich bin dann in Badelatschen losgetigert, um zu schauen, wie es in den anderen Richtungen so aussieht. Unter anderem bin ich sogar zum dem Grenzhäusl gelaufen und war schon in Italien, während meine Ausrüstung im Österreich lag. 😀 

Durch den Wind merkte man die Sonne natürlich nicht so heftig, aber sobald der Wind weg ist, feuert es los. Noch paar Fotos geschossen und dann wieder zur Unterkunft. Ich habe mich dann gemütlich in die Gaststube gesetzt und ein erfrischendes Himbeer-Skiwasser gespritzt getrunken. Das ist mittlerweile mein Standardgetränk. Quasi Selters mit Himbeersirup gemischt. Schmeckt, löscht den Durst und ist nicht ganz so teuer. Währenddessen habe ich begonnen, diesen Beitrag zu schreiben und gespannt den Badegästen bei schwimmen zuzusehen.. Als das Skiwasser leer war bin ich auf mein Zimmer gegangen und etwas zu rumzuliegen. 

Als ich die Tür öffnete, sah ich, dass mittlerweile die anderen 2 Gäste ihre Kojen bezogen haben. Mal sehen, wann man sich kennenlernt. Es standen zumindest noch 2 weitere Rucksäcke im Raum. Wenig später kamen die beiden Herren ins Zimmer und ich hatte sie wiedererkannt. Als ich bei meinem Ausflug zur Grenzhütte gelaufen bin, kamen mir beide schon entgegen. Wir kamen sofort ins Gespräch und haben uns über die verschiedenen Touren ausgetauscht. Martin und Daniel sind sehr angenehme Herren, mit denen man gut quatschen kann. Prima, dass wir nur zu dritt im Zimmer sind. Beide haben scheinbar schon andere Fernwanderer getroffen, die ein Stück vor mir laufen. Der Triest-Monaco Typ muss eine Etappe vor mir sein. Ich bin gespannt, ob man sich mal trifft. Martin und Daniel haben mir eine gute Personenbeschreibungen mitgegeben. Er sollte mit seinen Sandalen und weißen Socken nicht zu übersehen sein. 

18.30 Uhr gab es dann Abendbrot. Endlich mal wieder Gulasch mit Rotkraut. 😀 Aber so ist das Hüttenleben auf dem Karnischen nun mal. Das 3 Gänge Menü war sehr lecker. Erst Rote-Rüben-Suppe, als Hauptgang den Hirschgulasch und Schokocreme als Dessert. Und das geilste war eine Salatbar. Da habe ich gleich zwei Mal geholt. Ich saß mit 4 Österreichern, vielleicht etwas jünger als ich am Tisch und wir kamen auch ins Gespräch über verschiedene Themen. Es ging tatsächlich mal nicht um Wandern. 

Nach dem Essen habe ich meinen Deckel bezahlt und habe mein Zeug soweit fertig gepackt und eingeräumt, damit ich das morgen früh nicht alles machen muss. Martin hat mir noch fix gesagt, wo morgen Internet auf der Strecke zu finden sein wird, da auf der nächsten Hütte (Hochweißsteinhütte) auch nix ist mit Internet. Noch paar Runden Schach auf dem Handy und dann Augen zu. 😀