
Da ich gestern schon 21.30 Uhr irgendwie so müde war und eingeschlafen bin, war ich entsprechend gegen 5 Uhr bereits das erste Mal wach. Frühstück war aber erst 7.30 Uhr. Also noch bissl rumgelegen und schon die noch etwas klammen Socken, die ich dann später zum Laufen angezogen habe, noch fertig trocknen mit Körperwärme. Das hat prima funktioniert. Die Socken brauchen meist am längsten, bis sie trocken sind. Bis 6.30 Uhr habe ich dann noch rumgedöhst und gewartet. Andere schlafen ja prinzipiell so. 😀
Danach bin ich gemütlich ins Bad und habe im Anschluss meinen Rucksack fertig gepackt. Heute war eine recht lange Etappe geplant bis Spittal an der Drau mit knapp 35 km. Gegen Mittag sollte es dort schon wieder Gewitter auslösen. Da ich heute primär im Abstieg war, war glücklicherweise das Risiko minimal, da ich recht zeitig schon unterhalb der Baumgrenze war und Gewitter damit etwas entspannter zu betrachten sind. Andernfalls lagen viele Unterstellmöglichkeiten am Wegesrand.
Beim Abstieg merkte ich schnell, dass der gestrige halbe Ruhetag und die nicht so anstrengende Etappe Wirkung zeigten. Meine Beine fühlten sich frisch an und die letzten 2 Tage waren kompensiert. Das fetzte natürlich und weckte wieder den Jagtinstinkt in mir, bei so einer Etappe mit kalkulierten 8 h wieder schneller zu sein. Da komme ich nicht aus meiner Haut. So gegen 8.15 Uhr ging es los, nachdem ich mein leckeres Frühstück verdrückt habe und noch etwas mit den Wirten über mein Projekt sprach. Ich hatte nach dem Start ein wenig hoch- und runtergerechnet, wann ich denn ca. ankomme.
Kurz nach dem Start noch einer potentiellen Blogleserin zum Geburtstag gratuliert und eine kleine 10 minütige Sprachnachricht über die Reise aufgenommen. Dann waren die Beine warm und die Pace lag bei 6 km/h. Wenn das geblieben wäre, wäre ich bereits gegen 14 uhr angekommen. Der Forstweg ging recht steil abwärts bis ich den Bachlauf queren musste. Es war auf jeden Fall gut Strömung drin. Es lagen genug große Steine im Bachlauf, um passieren zu können. Wenig später kam ich in Radenthein an. Dann ein kleiner Schreck. Der Weg war gesperrt, weil durch das Unwetter vor 2 Tagen der Weg mit Holz und Steinen übersät war. Also ging es für einen kleinen Teil auf dem Fußweg neben der Straße Richtung Döbriach. Eine Umleitung war sogar ausgeschildert und der Zeitverlust nur minimal.
Auf dem ursprünglichen Weg angekommen, sah ich bereits den Millstätter See. Spittal lag quasi genau gegenüber vom See. Hieß also eine halbe Umrundung. Und es wurde sehr touristisch. Viele Spaziergänger und wirklich sehr viele Radfahrer. Leider war der Süduferweg ein gemeinsamer Weg für Fußgänger und Radfahrer. Dennoch überwiegend im Schutz der Bäume vor der Sonne. Während es an der Hütte sehr angenehm war, war es im Tal schon bedeutend heisser und schwüler. Doch der Weg gab immer wieder schöne Ausblicke über den See frei. Die eine Stelle hat mich sehr an den „Malerwinkel“ am Königssee erinnert. Der geneigte Wanderer wird in der Galerie das zugehörige Bilder mit Sicherheit finden. 😉
Am Laggerhof wurde der Anstieg dann abenteuerlich. Irgendwo total steil im Wald und durch das Gestrüpp, eigentlich ohne einen genauen Weg zu erkennen. Es war zum Glück nicht lang, aber hat ordentlich Kraft gekostet bzw. klebte der halbe Wald an mir dran. Danach ging der Weg problemlos weiter. Kilometer um Kilometer näherte ich mich Spittal. Ich hatte echt Schwein, dass so viele Streckenabschnitte im Schatten der Bäume verlief. Die Sonne feuerte schon ordentlich, gerade in Verbindung mit der Schwüle. Es gingen dann auch in der Umgebung die ersten Wolkentürme in die Höhe und paar Kilometer weiter schon die ersten stärkeren Niederschläge, so das Bildmaterial was mir zugespielt wurde. 😀
Das Ziel vor Augen ging es noch einmal steiles Stück nach Spittal hinab. Als ich auf einen Gasthof zulief, der am Rand des Weges lag, fa stand doch tatsächlich ein Trabbi. Und das Kennzeichen aus Deutschland mit L – … beginnend. Ein Hauch Heimat. Es stieg gerade eine älteres Pärchen aus und ich konnte nicht an mir halten: „Na gugge, oaus Leptzsch!“ Sofort wurden mir zwei grinsende Gesichter entgegen geworfen und wir kamen ins Gespräch. Herrlich. Das waren richtige Trabbi Fans, die auch den Film „Go Trabbi, Go“ gelebt haben. Sie haben tatsächlich diese Tour gemacht, wie im Film. Absolut herrlich. Noch einmal ein richtig cooles Highlight zum Ende der Etappe. Wir haben uns dann freundlichst verabschiedet und dann war ich schon am Kolping Haus angekommen gg. 14.45 Uhr.
Also doch deutlich schneller gewesen, als die Kalkulation. 6,5 h zu 8,0 h. Zugegeben, dass es so gut lief, dass ich nicht einmal eine Pause gemacht hatte. 😀 Die 35 km liefen einfach durch. Ein klares Bewerbungsschreiben an den PCT. 😀 Eigentlich hieß es Checkin ab 16 Uhr, aber das war kein Problem, schon eher das Zimmer beziehen zu können. Noch kurz den Checkin gemacht, paar organisatorische Sachen geklärt und über meine Tour (ich mache das nicht proaktiv, sondern antworte nur auf die Frage, wo es denn hingeht). Da kippen einige immer aus den Socken. Naja, der eine so, der andere so. 😀
So wie ich im Zimmer war, raus aus den Klamotten, waschen, aufhängen, Materialpflege, duschen. Noch paar Nachrichten beantworten und dann erstmal was einkaufen gehen. Zur Feier des Tages ging es zum Chinesen was essen. In der Hoffnung auf ein „all you can eat Buffet“, war es doch nur ein klassisches Curry mit gebackener Ente mit einem leckeren pikanten Krautsalat dazu. Überaus lecker das alles. Und der Glückskeks hat es auch auf den Punkt gebracht. Dann ging es zur Unterkunft, um pünktlich das Spiel zwischen Österreich und Argentinien anzuschauen und den Beitrag zu schreiben.
Wie gesagt, heute geht nicht mehr viel und etwas relaxen. Das Wetter hatte für Spittal heute echt gut durchgehalten. In Spittal bisher kein Regen gewesen, während drum herum einiges los war, wie man auf den Fotos sehen kann.









































