Alpenüberquerung
Wien - Nizza

Es wird ernst! Es ist gebucht – wirklich gebucht.

Ich glaube, genau in dem Moment, als die Bestätigung durchging, hat sich etwas in mir verschoben: Von „ich plane“ zu „ich mache das“. Die Anreise steht – und damit bekommt mein großer Traum plötzlich ein konkretes Datum, eine konkrete Uhrzeit, einen konkreten Sitzplatz.

Am Samstag, den 30.05.2026, fahre ich mit dem Flixbus von Leipzig Hauptbahnhof nach Wien Erdberg. 11:00 Uhr geht’s los, voraussichtlich 19:15 Uhr komme ich an. Eine lange Fahrt, ja – aber irgendwie fühlt sich diese Strecke schon wie der erste kleine Auftakt an. Dieses langsame Herausrollen aus dem Alltag. Kilometer für Kilometer weiter weg von „normal“ und näher dran an dem, was ich seit Jahren in mir trage.

Warum Leipzig – und warum das genau jetzt so gut passt

Leipzig ist es geworden, weil es dort eine Direktverbindung ohne Umstieg gibt. Und das ist für mich gerade Gold wert. Ich will ankommen – nicht an Knotenpunkten stranden, nicht auf Durchsagen starren, nicht wieder hoffen, dass „diesmal“ alles klappt.

Außerdem hat die Entscheidung etwas Beruhigendes: Bevor es losgeht, kann ich noch ein paar Sachen und wichtige Dokumente bei meiner Familie deponieren. Einfach als Sicherheitsnetz. Falls mal etwas sein sollte, muss niemand extra zu mir nach Chemnitz in die Wohnung fahren. Es ist so ein kleiner, pragmatischer Schritt – und gleichzeitig fühlt er sich unglaublich erwachsen an: Ich bereite nicht nur die Route vor, sondern auch den Rahmen, der mich trägt.

Und ehrlich gesagt: Ich freue mich auch darauf, dass ich diesmal nicht wie in den letzten Jahren um 4 Uhr aufstehen muss, nur um irgendeinen frühen Zug zu erwischen, der dann doch Verspätung hat. Mit der Bahn hat es bei mir tatsächlich noch nie problemlos geklappt. Noch nie! Dieses Mal will ich ruhig starten. Nicht gehetzt. Nicht frustriert. Sondern mit dem Kopf frei für das, was kommt.

Wien ist nicht nur Startpunkt – es wird ein kleines Kapitel für sich

Auch die Unterkunft ist jetzt fix: zwei Nächte im Superbude Wien Prater Hotel, recht zentrumsnah. Und ich merke, wie gut mir diese zwei Tage „Puffer“ tun. Nicht sofort aus dem Bus in den Aufbruch springen, sondern erst mal ankommen, durchatmen, mich sortieren.

Am Sonntag, den 31.05.2026, plane ich eine kleine Stadtbesichtigung – und das macht das Ganze noch besonderer, weil ich noch nie in Wien war. Ich stelle mir vor, wie ich durch Straßen laufe, die ich bisher nur von Bildern kenne. Wie ich irgendwo einen Kaffee trinke und innerlich schon spüre: Morgen ändert sich alles.
Ein Tag zwischen Vorfreude und Gänsehaut. Zwischen „Urlaub“ und „Aufbruch“. Und wahrscheinlich werde ich dabei ständig diesen Gedanken haben: Das ist also der Ort, an dem es beginnt.

Warum nicht Bahn, warum nicht Flugzeug?

Die Bahnvariante war mir am Ende zu unsicher. Zu viele Umstiege, zu viele mögliche Sollbruchstellen – und viele Verbindungen wären mit dem ICE gewesen. Den Stress tue ich mir nicht nochmal an. Für so ein Abenteuer will ich nicht schon vor dem Start Energie verlieren.

Flugzeug wäre zwar schneller – aber auch teurer. Und vor allem komplizierter: Ich müsste Teile meiner Ausrüstung vorwegschicken, weil bestimmte Dinge im Flug problematisch sind (z.B. Gaskartusche, Sturmfeuerzeug, Flüssigkeiten). Und ich will nicht schon vor dem ersten Schritt anfangen, in Paketlogik und Unsicherheiten zu denken. Ich will meine Sachen bei mir haben. Ich will es einfach halten.

Die letzten Gramm – und dieses Gefühl, dass alles zusammenkommt

Nebenbei gab’s auch noch ein paar kleine Ausrüstungs-Optimierungen, um hier und da noch ein paar Gramm zu sparen. Nichts Weltbewegendes – aber genau diese Kleinigkeiten geben mir das Gefühl, dass alles sitzt. Dass ich aufmerksam bin. Dass ich bereit bin.

Und jetzt, wo Anreise und Unterkunft fix sind, fühlt sich diese Reise nicht mehr an wie ein Plan auf Papier – sondern wie eine Tür, die bereits offen steht.

Am Montag, den 01.06.2026, geht es dann los.
Zum großen Abenteuer meines Lebens.

Und ich merke: Der Mut kommt nicht auf einmal. Er kommt in Etappen. In Buchungsbestätigungen. In kleinen Entscheidungen. In dem Moment, in dem man sagt: Ich mache es so – und nicht irgendwann.

Ab jetzt gibt es kein „vielleicht“ mehr.
Ab jetzt gibt es eine Richtung.