
Diese Nacht habe ich ganz herrlich geschlafen, trotz des anstrengenden Vortags. Ich habe auch von einer Hochzeit geträumt. Lustigerweise sind Gerths ja nun schon verheiratet, aber irgendwie wars halt so nochmal. Zumal Nika zu spät kam, weil sie irgendwie im Hochzeitskleid noch über den Fußballplatz gerannt ist. Verrückte Sachen gibt es in Träumen manchmal. Gegen 6.15 Uhr wurde ich dann wach aber blieb noch bis 7 Uhr liegen. Nach dem Gefühl des guten Schlafs verpasste mir mein Fitnesstracker noch einmal eine ordentliche Backpfeife. Der Wert für meine heutige Trainingsbereitschaft lag bei unschlagbaren: 1! JA! Eins! (Auf einer Skala von 0 bis 100, wobei 100 quasi Bäume rausreißen ist.) 1 bedeutet ungefähr. „Du lebst noch?“ 😂 Also ich muss die Uhr mal richtig sauber machen und neustarten glaub ich.
Naja, ich ließ mich davon nicht einschüchtern, stand auf und merkte… „Ähm, ja. War wohl doch nicht so falsch. 🙈 Nicole von Gipfelstürmern hatte wohl sehr recht, als sie meinte, ich solle dort den Ruhetag machen.“ Also ging ein normaler Arbeitstag los. Fertig machen und packen und 8 Uhr zum Frühstück. Paolo servierte ein leckeres Frühstück aus regionalen Produkten und ich aß genüsslich während sich die anderen Gästen unterhielten. Ich versuche dann immer zu erahnen, was sie so reden mit meinen 5 bekannten Vokabeln. Als ich fertig war holte ich mein Zeug, bezahlte noch das Frühstück und unterhielt mich noch ein paar Minuten mit Paolo über die ein oder andere Tour in der Gegend. Rückblickend auf den Tag, hätte ich mal zu meiner Tour fragen sollen.
Gegen 9 Uhr ging es los. Gemütliches auf und ab mal auf Straße mal auf Forstweg. Das sollte mir heute mehr als recht sein. Wenn ich an den einen Abschnitt gestern zurück denke, habe ich heute darauf keine Lust, wenn wieder sowas kommt. Heute war es schon von beizeiten an warm und ich lief langsamer als sonst, um so etwas wie aktive Regeneration zu betreiben. Auf den Straßen ging das ganz gut. Der Wind machte es auch etas angenehmer. Aber dann kam, was kommen musste. Wieder so ein Wegstück. An der Gabelung hatte ich nicht mal gesehen, wo da überhaupt der Weg ist. Da dachte ich mir auch wieder… come on! Bitte nicht heute. Irgendwann sah den Weg und ich musste durchs Dickicht. Da war die Laune wieder prächtig. Der Mist an den Wegen mit dem Grünzeug ist, dass man da erstens kaum den Weg sieht und zweitens überall das stachelige Gestrüpp hängt, wo man im ungünstigsten Fall sich die Ausrüstung löchrig reißt.
Glücklicherweise ging es einigermaßen und ich bahnte mir mit den Stöcken in Machetenmanier den Weg. So haben andere Läufer wenigstens auch was davon. Das Stück war nicht so lang und es kam wieder eine Straße. Wenigstens waren viele Passagen im Schatten. Meine Gedanken jedoch kursierten an dem steilen Abstieg, der später noch kommen soll hinab nach Nuova Olonio. Wenig Strecke, aber hart und steile Höhenmeter. Ich hatte mir einen Plan B zurückgelegt, falls der Weg nicht gut begehbar sein sollte. So schlängte ich mich bis zum Einstieg, der auf einer Lichtung namens Prati di San Giuliano sein sollte. Es waren natürlich gefühlt alle anderen Wege ausgeschildert, außer dieser natürlich.
Na da geht es ja direkt gleich gut los. Als ich den Einstieg dann im Dikischt gefunden habe, war der Weg an sich ganz ok. Anspruchsvoll, aber ok. Ich dachte mir, wenn es so ansatzweise bleibt und so gespurt ist, ist das akzeptabel und ich ziehe durch. Man musste der vorhandenen Spur folgen, da Wegmakierungen nur selten bis gar nicht sichtbar waren. Und was sollte natürlich passieren? Sich versteigen oder versehentlich einem Wildpfad folgen. Und wer erfahrungsgemäß mit mir wandert, wird immer gefordert. Und so passierte es tatsächlich. Ich kam an eine mögliche Gabelung und bog irgendwie falsch ab bzw. war mir nicht sicher, wo hier und was der Weg sein sollte. Ich irrte so einige Minuten im Erdhang umher bis ich wieder zur Gabelung zurück kam und dort dann den den richtigen Weg nahm. Das hat ordentlich Kraft gekostet und Wasser. Durch die Wärme war ich gut durch geschwitzt.
Es ging dann echt steil bergab, aber halbwegs gut gehbar, bis ich zu einem zerfallenen Geisterdorf kam, was sich die Natur zurück geholt hatte. Da waren auch wieder zig Wege und dort irrte ich auch einige Zeit umher. Das Problem ist, dass das GPS hier kaum hilft, weil im Hang hast du 2D betrachtet, halt keine große Fläche und GPS ist ungefähr auf 3m genau, bei sehr gutem Empfang. Und bei so einem Hang echt tricky. Also ließ ich mal kurz meinem Frust freien Lauf. Mittlerweile waren meine langen Hosenbeine so durchgeschwitzt, wie Markus sein T-Shirt mittwochs nach dem Training. Die Hose war schon so schwer, dass allmählich rutschte. Als ich endlich unten ankam, nutzte ich die erste Quelle in der Stadt zum Trinken und lange Hosenbeine waschen bzw. abmachen. Das war echt reudig. Das Rumgeirre sieht man auch sehr gut auf dem Trackvideo. 😄
Der Abstieg hat den Schongang bis zu dessen Einstieg komplett ruiniert. Ich war völlig fertig danach und und musste die restlichen 5 km an der Straße entlang mich in der Hitze durchbeißen. Ich merkte auch, dass es an die Substanz heute ging, gerade nach gestern direkt. Trotzdem eröffnenten sich unter schöne Ausblicke in alle Richtungen und ich nahm mir trotzdem die Zeit, das zu genießen. Glücklicherweise ging ein guter Wind der es ein wenig erträglich machte. Gegen 14.15 im Hotel angekommen, machten wir fix den Checkin und ich ging auf mein Zimmer. Schnell Rucksack abgelegt, die Klamotten vom Leib rutschen lassen und unter die Dusche. Fix geduscht und erstmal aufs Bett gelegt zum ausruhen. Klamotten waschen und Materialpflege folgten später. Ich war einfaxh platt. Die Klimaanlage im Zimmer war ein wahrer Segen. Als dann langsam die Kraft zurück kam, ging ich 16.15 Uhr um die Ecke zum Dorfladen, was zu trinken und Snacks holen. Beim Abendessen entschied ich mich für einen Döner und einen Salat, was ich aber erst später kaufen gegangen bin. In der Zwischenzeit wusch ich meine Klamotten und entpöckelte auch meinen Rucksack. Der ging gleich mit unter die Dusche.
Auf der Terasse des Hotels gab es kostenfreie Wäscheständer. Das war perfekt. Bei dem Wind der Sonne und war das Zeug binnen 2 Stunden wieder trocken. 18.30 Uhr ging ich dann Abendbrot holen. Dort essen wollte ich nicht. Zu Warm und zu laut. In meinem Zimmer ist es angenehm und leise. Nebenher kann man noch das ein oder andere Video gucken, was Ausrüstung betrifft. Da hat Stefan Berger wieder vor paar Tagen ein tolles Review-Video veröffentlicht. Lohnt sich mal reinzuschauen.
Als dann alles erledigt war, machte ich es mir gemütlich und genoss den Abend. Morgen ist Ruhetag, um wieder zu Kräften zu kommen. Hoffentlich reicht einer. Mal schauen. Morgen muss ich etwas zwingen, mal wirklich zu schonen. Schauen wir mal. Ganz so viele Bilder gab es heute nicht, da viel im Wald war, was eher unspektakulär ist. Da sehen gefühlt alle Bilder gleich aus.























