
Gestern Abend ging es Wettertechnisch noch einmal gut zur Sache in Form von Gewitter. Es knatterte und rumste gelegentlich recht ordentlich, aber als spektakulär würde ich es nicht einordnen. Nach 1 Stunde war alles wieder gut und ich habe sehr gut bis 6 Uhr geschlafen. Es folgte die übliche Morgenroutine und noch einmal die Etappe und das Wetter genau geprüft, da es zum Nachmittag Gewitter gegeben sollte und eigentlich späten Vormittag regnen. Was das heute wieder heisst? Schnürsenkel festbinden, Tische hoch klappen und anschnallen. Es wird mal wieder zügig. Ich hatte früh noch etwas mit Kopfschmerzen zu kämpfen, doch das legte sich dann allmählich und verschwand.
7.45 Uhr gab es dann Frühstück. Ich bin vorher noch etwas auf dem Gelände des Schlosses umher gestreift und habe gewartet, bis die Pforte zur Speisekammer geöffnet wurde. Das war ein großer Raum, aus alten Mauerlementen und Neubau. Das sah echt cool aus und erinnere mich etwas an den Kellerbereich von der Jugendherberge Chemnitz eins. Die war auch in so einem Stil. Auf jeden Fall schick gemacht. Ich gönnte mir Tassen Kaffee, 2 Brötchen, 3 halbe Eier, bissl Müsli und einen frisch zubereiteten Obstsalat. Alles war super lecker und ich im Nu voll.
Fix zum Zimmer meinen Rucksack geholt, Schlüssel angeben und dann hieß es auch schon „PM 314 Cargo Lifter: Boarding completed – ready for the departure“. Ich sah am Horizont schon die Quellungen und es war echt drückend. Nur eine Frage der Zeit bis zur Auslösung. Also ging es gegen 8.30 Uhr los. Gestern viele Kohlenhydrate, Stratching und Masage zeigten ihre Wirkung und die Leichtigkeit war wieder zu spüren. Zu Beginn ging der Weg durch ein paar Apfelplantagen bis es dann den Berg hoch ging. Neben dem Wetter als Tempotreiber kamen dann die Bremsen dazu. Wie absolut nervig. Also bin ich den ersten Anstieg heute förmlich hoch gerannt, um den Viehzeug zu entkommen.
Glücklicherweise war das dann erstmal weg und der Weg ging seitlich am Berg entlang bis Laas. Es kam auch wieder ein Waal dazu, der den Weg wieder etwas schöner und abwechslungsreicher gestaltete. Da der Weg fast keine Höhenmeter hatte, konnte ich meine Geschwindigkeit gut ausspielen. Fast 5,5 bis 6,0 km / h. Man hatte immer wieder tolle Ausblicke ins Tal, doch häufig war irgendwie so eine doofe Stromleitung im Weg bzw. Bild.
Ab Laas wechselte ich wieder in höhere gelegene Apfelplantagen und die Bremsen waren auch wieder am Start. Ich habe da so eine kleine Präventivmaßnahme. Die Stöcke fasse ich in der Mitte an und lasse sie seitlich am Körper über das Handgelenk hin und her rotieren. Das wehrt zu mindest etwas das Getier ab. Sieht zwar behindert aus, aber hilft etwas. Als ich dann Tschengls erreichte, gaben die Mistviecher wieder Ruhe. Ich machte dann eine kurze Pause, um Steinchen aus dem Schuh zu sammeln und nutzte gleich die Chance wegen Wetter schauen, da es hinter Prad schon deutlich dunkler aussah und die die Regenfront mir quasi entgegen kam.
Ich reinigte Fix die Schuhe und lief dann sehr zügigen Schrittes nach Prad runter, um den kurzen Regenschauer quasi auszusitzen. Am Wegesrand kam dann um die Ecke eine Pizzaria. Also bin ich dort hin und habe mir einen Platz unter den Schirmen gesucht. Ich stellte meinen Rucksack und Stöcke beiseite, damit sie nicht im Weg sind und auf einmal hat sich jemand auf meinen Platz gesetzt, den ich gern besetzen wollten. (Erinnere mich an Andi in Prag in der Straßenbahn). Somit nahm ich es mit einem Schmunzeln hin und setzte mich eine Bank weiter, wo der Schirm recht löchrig erschien.
Keine 2 Minuten später als ich saß, begann es mit regnen. Aber ich blieb widererwarten trocken. Es kam hin und wieder mal ein kleiner Sprüher von oben, aber nichts was mich gestört hatte. Und der Mann, der mir den Platz gestohlen hatte? Da lief schön das ganze Wasser hin, weil sich über seinem Platz die Schirme überlappten und dann quasi sich an der Kante schön gesammelt hat. Karma mein Freund. Karma! Ich gönnte mir in Ruhe einen Liter Mineralwassser und einen Teller Spaghetti Bolognese. Damit war ich dann für die letzten 5 Kilometer bestens gestärkt. Es regnete so von 12.30 Uhr bis ca. 13.00 Uhr und ich machte mich dann 13.00 Uhr wieder zum Finale auf.
Als ich den Ort verließ, ging es erstmal recht steil nach oben zum Agimser Bergwaal. In Komoot und Outdooractive galt der Weg als gesperrt. Aber nach meiner Recherche gestern, wurde der Weg wieder freigegeben. Dort hatte es im April 2025 einen großen Waldbrand gegeben, weshalb der Weg temporär gesperrt war. Das sah schon krass aus, wie auf den Bildern unten zu sehen. Der Waal verlief eben am Berg entlang. Der Pfad war teilweise etwas schmal, aber nicht problematisch. Nichts, was man aus den letzten Wochen nicht schon kennt. Dennoch sollte man keine falsche Selbstsicherheit aufkommen lassen und jeden seiner Schritte genau und überlegt setzen. In der Ferne war auch wieder der schneebedeckte Ortler zu sehen.
Bis kurz vor Stilfs kam dann noch eine steile Passage mit einigen Treppen usw. Die Sonne schien wieder herrlich und trotzdem regnete es große Tropfen. Ich vermute, das war durch die Regenwolken von der anderen Bergseite, die die Tropfen durch den Wind auf der anderen Talseite runtergehen ließ. Schnell Rain Cover über den Rucksack und Regenschirm. Das hat völlig gereicht. Nass war ich sowieso durch das Schwitzen. 😀
In Stilfs Dorf ankommen, ging es durch die sehr engen und steilen Gassen zum anderen Ende des Ortes. Kaum zu glauben, dass hier sogar Autos umher fahren. Am Hotel angekommen wurde ich freundlich von einer Dame begrüßt und wir machten den Checkin fertig. Wie gesagt, letztes Jahe war ich im Hotel direkt daneben und fand das Zimmer (Straßenseite) für den Preis damals echt semi. Wir quasselten noch ein wenig und sprachen darüber wo ich heute her kam aus dem 28 km entfernten Goldrain. Sie meinte nur, aber nicht alles zu Fuß? Ich entgegnete aber: Oh doch. Ein staunendes Gesicht blickte mich an und ich kam auf das Wetter- und Bremsenthema zurück, dass mich heute schnell laufen ließ. Als wir dann gemeinsam den Wetterbericht für morgen ansahen, waren wir beide skeptisch, ob das morgen mit dem Aufstieg zum Stilfser Joch so klappt, wie ich mir das vorstelle.
Gut ist, dass es Frühstück ab 7.00 Uhr gibt und ich heute schon bis Stilfs gelaufen bin, statt nur bis Prad. So sind es morgen kalkuliert 14,4 km auf 5,5 Stunden. Wenn ich zügig gehe, kann ich bestimmt unter 5 Stunden schaffen. Aber das muss ich morgen früh dann prüfen, wenn die Wetterkarten sehr aktuell sind. Heute ist das noch zu viel Spekulationsbereich. Deswegen habe ich für morgen auch keine Unterkunft organisiert und mache das dann spontan. Auf booking habe ich noch genug Angebote gesehen. Wenn das Wetter widererwarten gut sein sollte gehe ich evtl. weiter und falls nicht kann man mit dem Bus in beide Richtungen fahren. Von daher mache ich mir da wenig sorgen und habe maximale Flexibilität.
Auf meinem Zimmer angekommen (nicht zur Straße), folgte die übliche Ankommroutine mit Waschen, Duschen und Materialpflege. Danach habe ich mich nun gezwungen meine letzten beiden Proteinriegel zu essen, die ich noch in Österreich gekauft hatte und seit keine Ahnung wie lange schon mit mir rumtrage. Damit sind nun auch wieder 150 g weniger Gewicht im Rucksack und mein Himbeersirup ist gestern auch alle geworden. Mal schauen, wo ich hier nachfüllen kann.
Vor dem Abendbrot gab es noch das übliche Dehn- und Massageprogramm, damit morgen alles wieder fit ist. Gegen 18.30 Uhr bin ich dann im Hotel Abendbrot essen gegangen. Mal schauen, was es gibt und allzu viel brauche ich heute Abend sicherlich nicht mehr, durch das Mittagessen und die Riegel. Da waren viele Kohlenhydrate und Eiweiß dabei. Also gab es einen Salatteller als Vorspeise und nocheinmal Nudeln, weil ich irgendwie Bock drauf hatte. Und das alkoholfreie Hefeweizen darf nicht fehlen. Da vermisst man manchmal schon den TM7. Wohl genährt ging ich auf mein Zimmer zurück und relaxte noch etwas. Draußen regnete es mittlerweile.
Anmerkung: Ich muss mal schauen die nächsten Tage mit Blogbeiträgen, da ich irgendwo im nichts da oben rumturne, ob es dort europäisches Internet gibt. Durch die Grenznähe zur Schweiz kann es sein, dass nur Schweizer Netz zur Verfügung steht, was leider nicht mit meinem Vertrag gut funktioniert. Da wird das Roaming dann teuer. Daher muss ich dann auf WLAN im Hotel warten o.ä. Mal schauen wie es sich gestaltet. Beiträge mit Bild usw. werden dann natürlich nachgereicht. 😉





















































