In gut zwei Wochen geht es endlich los – und ich merke, wie sich dieses Kribbeln jeden Tag ein kleines bisschen lauter meldet. Ich kann es kaum erwarten. Es ist dieses Gefühl, als würde etwas, das jahrelang in mir gereift ist, jetzt endlich an die Oberfläche steigen: nicht mehr nur planen, nicht mehr nur träumen – sondern losgehen.
Ein riesiger Meilenstein ist geschafft: Die Materialrecherche ist nun endgültig abgeschlossen. Und das fühlt sich überraschend befreiend an. Vier Jahre lang war da immer noch dieses „Vielleicht geht’s noch leichter, noch besser, noch sinnvoller“. Aber jetzt ist es rund. Die Packliste steht, und wenn ich sie anschaue – zusammen mit dem Bild, das alles so greifbar macht – dann sehe ich nicht nur Ausrüstung. Ich sehe Entscheidungen. Erfahrung. Fokus. Und ein Stück Vertrauen: Das reicht. Ich bin bereit.
Natürlich spielt das Wetter sein eigenes Spiel. Die Prognosen sehen teilweise noch unmild, kühl und nass aus. Und ja – ein Teil von mir denkt: Muss das wirklich sein? Aber der größere Teil denkt nur: Egal. Ich gehe trotzdem. Vielleicht gerade deswegen. Weil Abenteuer selten geschniegelt und sonnig beginnen. Weil echte Wege nicht warten, bis es bequem ist. Und weil Motivation manchmal nicht bedeutet, dass alles perfekt ist – sondern dass man trotzdem weiter nach vorn schaut.
Organisatorisch ist auch fast alles erledigt. Diese ganzen unscheinbaren Dinge, die niemand auf Fotos sieht, die aber im Kopf so viel Ruhe schaffen: alles soweit geklärt, alles vorbereitet, alles in Ordnung gebracht. Ich mag dieses Gefühl, wenn im Hintergrund keine offenen Baustellen mehr warten und ich mich innerlich freier bewege.
Sogar das Resupply-Päckchen ist vorbereitet – ein kleiner, aber wichtiger Baustein auf dem Weg. Und da möchte ich wirklich Danke sagen: Sebastian von „Hauptsache Wandern“ hat mir mit seinen Videos zu seiner PCT-Wanderung nochmal richtig gute Tipps mitgegeben. Manchmal ist es genau das: Ein Satz zur richtigen Zeit, ein Hinweis aus der Praxis, eine Perspektive, die einem selbst noch gefehlt hat. Das Päckchen fühlt sich nicht nur nach Planung an, sondern nach Unterstützung – und irgendwie auch nach Community, obwohl ich am Ende allein laufen werde.
Der nächste Schritt steht ebenfalls: Freitag, 29.05., fahre ich nach Leipzig zu meinen Eltern bzw. meiner Schwester, um noch ein paar organisatorische Dinge für meine Abwesenheit zu klären. Und auch das ist so ein Moment, der sich wie ein kleiner Abschied anfühlt. Nicht dramatisch – eher ruhig. Wie ein bewusstes „Ich sortiere jetzt alles, damit ich dann wirklich gehen kann.“
Und als wäre das alles nicht schon genug, merke ich etwas, das mich selbst ein bisschen zum Lachen bringt: Ich bin mittlerweile so on fire auf den Trail, dass ich sogar schon mit der Recherche für eine Alternativroute angefangen habe – eine „Nordvariante“, die dem Nordalpenweg fast bis zum GTA folgt. Vielleicht als Überlegung für den Rückweg … (kleiner Scherz ;-))
Aber ganz ehrlich: Das zeigt mir nur, wie sehr mich das Ganze gerade trägt. Wie sehr mein Kopf bereits unterwegs ist, wie sehr mein Herz schon auf dem Weg geht, obwohl die Füße noch zu Hause stehen.
Jetzt bleibt eigentlich nur noch eins: den Countdown weiter runterzählen – und dabei nicht zu vergessen, diesen Moment zu genießen. Dieses Dazwischen. Dieses leise, elektrische Vor-dem-Start-Gefühl, in dem alles möglich scheint.
Schauen wir mal, wie der Trail jetzt verläuft.
Ich bin bereit, mich überraschen zu lassen.
Kleiner Spaß am Rande… 😀