Der Start meiner Fernwanderung rückt näher, und gerade jetzt, in dieser letzten Vorbereitungsphase, mischen sich Vorfreude und dieses kribbelige „Hoffentlich habe ich an alles gedacht“-Gefühl. Es sind keine großen Entscheidungen mehr – eher die vielen kleinen Stellschrauben, die am Ende den Unterschied machen.
Anreise nach Wien: noch offen, aber in Reichweite
Ein Punkt steht tatsächlich noch nicht endgültig fest: Wie komme ich nach Wien? Je nachdem, wie sich Preise und Verbindungen entwickeln, wird es Bus, Zug oder Flugzeug – entweder ab Chemnitz oder über Leipzig. Ich tendiere zu einer Variante, die zuverlässig ist und mich möglichst entspannt ankommen lässt. Denn mein erster Wandertag soll sich nach Aufbruch anfühlen – nicht nach logistischer Erschöpfung.
Gewicht sparen: die letzten Prozent zählen
Gerade jetzt schaue ich nochmal ganz genau auf jedes Gramm. Es geht nicht darum, auf Teufel komm raus zu reduzieren – sondern darum, klug zu optimieren. Ein großes Thema ist dabei das Zelt: lohnt sich ein leichteres Modell, oder kann ich mit kleinen Anpassungen (Abspannleinen, Heringe, Packsack) schon spürbar Gewicht sparen? Manchmal sind es am Ende nicht die spektakulären Käufe, sondern die konsequenten Kleinigkeiten.
Kleinkram aussortieren – und Bürokratie abhaken
Auch bei den kleinen Ausrüstungsgegenständen wird nochmal gnadenlos geprüft: Brauche ich das wirklich? Gibt es eine leichtere Alternative? Kann ein Teil zwei Funktionen übernehmen? Jeder überflüssige Gegenstand ist später ein Kilo zu viel im Kopf – und im Rücken. Parallel dazu erledige ich die letzten bürokratischen Schritte: Dokumente checken, Versicherungs-/Notfallinfos ordnen, wichtige Daten sichern. Diese Dinge sind nicht romantisch, aber sie geben Ruhe.
Wetter und Schnee: Berge machen ihre eigenen Regeln
Ein weiterer Fokus liegt auf den Wetterbeobachtungen, vor allem wegen möglicher Schneeverhältnisse in höheren Lagen. Ich will nicht erst am Pass merken, dass der Winter noch nicht ganz verschwunden ist. Je nachdem, wie sich die Lage entwickelt, kann das noch Materialanpassungen bedeuten – zusätzliche Wärme, andere Handschuhe, vielleicht auch kleine Sicherheitsreserven. Die Berge verhandeln nicht. Also höre ich lieber früh hin.
Letzte Tests: Routine statt Überraschungen
Und dann kommt der Teil, der mir am meisten Sicherheit gibt: testen, testen, testen.
- Zeltaufbau, bis er auch mit müden Händen sitzt.
- Schuhe einlaufen, bis sie wirklich „meine“ werden – denn Blasen sind das Letzte, was ich auf so einer Strecke gebrauchen kann.
- Kleinigkeiten wie Packroutine, Regenzeug griffbereit, Schlafsetup schnell einsatzfähig.
Es fühlt sich ein bisschen so an, als würde ich meine Reise schon jetzt in Mini-Versionen leben – im Wohnzimmer beim Zeltaufbau, auf Trainingsrunden mit vollem Rucksack, in Listen und Checkpoints. Und trotzdem bleibt dieses Gefühl: Der wichtigste Teil kann nicht vorbereitet werden. Der Moment, in dem ich wirklich losgehe.
Aber genau das ist ja das Schöne daran. Die Vorbereitung endet bald – und dann beginnt der Weg.